Freude am Sport

Vereinschronik

Die Vereinschronik

1911 - 2015

Einleitung

Vorläufer   der heutigen Sportvereine waren Turnvereine, die sich nach den Ideen   des „Turnvaters Jahn“ ab etwa 1820 bildeten und wegen ihres   freiheitlichen Gedankengutes verboten wurden. Erst nach Aufhebung des   Turnverbotes 1842 gründen sich, zunächst in den Städten, überall   Turnvereine; Kleinstädte folgen verstärkt nach der Reichsgründung 1870   und ab der Jahrhundertwende auch die ersten Dörfer.

Der   Chronist und Mitbegründer des TSV Wohra, Christian Nölp, führt hierzu wörtlich aus: „Im Jahre 1910 verpflanzte der aus Halsdorf stammende   Lehrer Theis den Turngedanken auch in das Stille Dörfchen Wohra im   Wohratal“.

Fußball (der   später die Sportvereine dominierte) wurde auf den Dörfern erst nach dem 1. Weltkrieg modern, folgerichtig trat der TSV Halsdorf bei seiner 1921  als Fußballverein an. Der Chronist Schneider vermerkt hierzu: „…es war   unter den Kindern schon so eine Begeisterung, dass kein Stein auf der Straße lag, der nicht getreten wurde… obwohl die Eltern bangten, dass   neben Verletzungen auch die Schuhe herhalten müssten… aber der   Fußballsport wird sich durchsetzen, wie sich schon in verschiedenen   Nachbardörfern gezeigt hat:“

Entwicklungen und Vereinsgeschehen im TSV Wohra

von 1911 – 1980

1911   wurde der Turnverein Wohra unter dem 1. Vorsitzenden Heinrich Schaake gegründet. Initiator und erster Turnwart war der junge Lehrer Johann   Heinrich Theis. Als Mitbegründer nennt der Chronist Vater Peter und Sohn   August Seibel und den späteren Turnwart Wilhelm Weyershäuser.

Die   Vereinssatzung unterschrieben am 02.08.1913 als 1. Vorsitzender   Johannes Möhl, als Schriftführer August Seibel, als Kassenwart Johannes Schwein, als Zeugwart Konrad Kohl und als Turnwart der jüdische   Mitbürger David Buchheim. „er, der schon Soldat war, brachte wieder   Schmiss in den Verein“, schreibt Chronist Nölp.

Dem   Zeitgeist entsprechend heißt es in § 1 dieser Satzung: „Der Turnverein  stellt ich die Aufgabe, das deutsche Turnen in all seinen Richtungen zu  pflegen, Stärkung des Körpers und des Geistes, Förderung der   Sittlichkeit verbunden mit regem vaterländischem Sinn zu erstreben.“

Das   Jahr 1913 wird zu einem Höhepunkt im jungen Verein. Am 31. Oktober hat  er seinen ersten großen Auftritt im Dorf anlässlich der 100-Jahrfeier zum Gedenken an die Völkerschlacht bei Leipzig. Nachdem er an der   Pflanzung der Erinnerungseiche und dem Freudenfeuer „Auf dem Triesch“   teilgenommen hatte, zeigte er sein turnerisches Können beim ersten   öffentlichen Auftritt im Saal Immel. Im gleichen Saal wird ein   Theaterabend zum großen Ereignis. Der große Zustrom Jugendlicher führt   zu regem Turnbetrieb. Es werden Turnfeste in Gemünden und Lischeid   besucht.

Schon im nächsten   Jahr kommt es zum Zerwürfnis mit dem Wirt Immel, in dessen Saal die   Turner im Winter zweimal wöchentlich geturnt hatten. Die Geräte kommen   zum Wirt Nölp, der mangels eines Saales nur den Barren in einem Zimmer   über der Wirtstube aufstellen kann. Anschaulich schildert Nölp die   Situation: „… da reichten schon beim Schulterstand die Füße bis an die   Decke. Sprang dann so ein unbeholfener Turner recht plump vom Barren,   schaukelte im die Petroleumlampe in der Wirtstube. Ich hatte Angst, die Decke samt Barren und Turnverein fällt auf die von Gästen volle   Wirtstube herunter.“

Nach   Beendigung des Bahnbaues der Wohratalbahn suchten viele junge Leute   Arbeit im Sauerland und Ruhrgebiet. Dies machte die Mitarbeit im   Vereinsvorstand unmöglich. Mit dem Einzug bei Nölps wurde deshalb   Christian Nölp auch gleich mit der Vereinsführung betraut. Ohne Wahl und   ohne Auftrag der Mitgliederversammlung, wie er schreibt.

Während   des 1. Weltkrieges kommt Turnerei und Vereinsleben zum Erliegen, 12   Mitglieder darunter Gründer Lehrer Theiß und Heinrich Schaake werden   Opfer dieses Krieges.

Doch   schon 1919 turnt man unter Peter Seibel wieder auf dem alten   Schulturnplatz und Justus Waldschmidt baut die erste   Leichtathletikgruppe auf. Dem Zeittrend folgend bildet sich 1920 eine   Fußballabteilung, die sofort, in Eigenleistung mit einem Sportplatzbau   auf dem Ödland am Hasenleister beginnt. Dies schwierige Unterfangen wird   eingestellt, als von der Försterei Bracht die günstig gelegenen   Stegwiesen – der heutige alte Sportplatz – langfristig angemietet werden   können.

Der Turnverein wird   1921 in die „Deutsche Turnerschaft“ aufgenommen und nimmt jetzt   erfolgreich an vielen Bezirksturnfesten teil. Nicht so einfach wie heute   war die Teilnahme an solchen Veranstaltungen. Zum Beispiel fuhr eine   Riege mit dem Pferdewagen von W. Rey frühmorgens um 01.30 Uhr nach   Wittelsberg ab und kam erst wieder um 02.00 Uhr des folgenden Tages nach  Wohra zurück. Zum Sportfest in Halsdorf zu Pfingsten 1921 ging es mit einer starken Fußball-, Turn- und Leichtathletikgruppe zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Hier siegten die Wohraer Fußballer im Endspiel gegen   Gemünden.

Im gleichen Jahr   tritt der Verein dem Fußballspielverband Wohratal bei und nimmt an den, damals „Wettspiele“ genannten Rundenspielen, teil.

Schon   bald darauf kommen durch die rasant fortschreitende Inflation alle   sportlichen Wettbewerbe fast vollständig zum Erliegen. Erst nach 1925   erholen sich die Vereine langsam wieder, auch der eingeschlafene   Fußballspielverband wird wieder aktiviert. Die besten Turner sind jedoch   inzwischen nach Gemünden abgewandert, weil Wohra nicht mehr der   Deutschen Turnerschaft angehörte, der man erst 1929 wieder beitritt.

Mit   dem 1928 vollendeten Saalbau Nölp hat der Turnverein endlich eine feste  Trainingsstätte, sodass der Turnbetrieb unter Turnwart Lehrer Stiel  einen rasanten Aufschwung nimmt. Schon 1929 treten erstmals viele junge  Mädchen dem Verein bei, nachdem eine Vorturnerin aus Kassel sie zum  Turnen animierte. Damit war der Bann gebrochen und Turnerinnen eine   Hauptstütze des Turnbetriebes.

1930   erfolgt die Abspaltung der Fußballer vom Turnverein. Es kommt unter   Vorsitz von Heinrich Rey zur Gründung des „Fußballclubs Wohra“ mit   Sportplatz auf dem Sommerholz. Der alte Verein reagiert unter großem   finanziellem Aufwand mit dem Aufbau einer eigenen Fußballabteilung   (Gemündener Spieler). Fortan kämpfen zwei Wohraer Fußballmannschaften im  gleichen Verband um Punkte und spalten das Dorf in zwei „feindliche   Lager“. Chronist Nölp hierzu: „Wenn Sonntagabend die eine Mannschaft   heimkam und hatte einen Rucksack voll Bälle im eigenen Tor kassiert, gab   es immer noch die stille Hoffnung und oft auch Genugtuung, dass die   Anderen das Fell noch gründlicher gegerbt bekommen hätten.“

1931   anlässlich des 20-jährigen Jubiläums erfolgt die Umbenennung in TSV   WOHRA 1911. Bei diesem Anlass wird auch die mit 500 RM sehr teure und   wertvolle neue Vereinsfahne feierlich geweiht. Nach der   Weltwirtschaftskrise 1929 herrschte überall im Land große Not und   Arbeitslosigkeit, trotzdem leistete sich der Verein (dank guten   Wirtschaftens) die teuerste Fahne die der Markt anbot. 

Die   Fahne wurde 1945 von einem GI entwendet und nach Amerika entführt. Sie  kehrte erst – wie noch zu berichten sein wird – nach 45 Jahren auf   abenteuerliche Weise zurück.

Bis   zur politischen Wende 1933 konnte der Turnsaal die Massen beim   jährlichen Schauturnen nicht fassen. Rund 42 Turnerinnen und Turner   sowie 36 „Freiüber“ waren aktiv.

Beim   Kreisturnfest in Cappel 1932 wurde die zahlen- und leistungsstärkste   Mannschaft aller teilnehmenden ländlichen Vereine gestellt. Auch die   Vereinswandertage erfreuten sich regen Zulaufs.

Diese  positive Entwicklung brach nach 1933 allmählich ab. Eine der Ursachen des (wohl politisch gewollten) Niederganges des Vereinswesens war die   „Gleichschaltung“ und die sofort einsetzende Entmachtung der Turn- und   Sportverbände. Die Verbände und ihre Untergliederungen wurden 1938   endgültig aufgelöst und in den autoritär und vertikal aufgebauten   NS-Bund für Leibesübungen überführt. Zum Niedergang trug auch die   Konkurrenz durch Jungvolk, Hitlerjugend, BdM (Bund deutscher Mädchen),   Arbeitsdienst und der SA (paramilitärische Sturmabteilung) bei. Diese   politischen Organisationen widmeten sich zwar auch der körperlichen   „Ertüchtigung“, allerdings nicht dem Ziel des friedlichen sportlichen   Wettbewerbs. Deren sportliche Aktivitäten dienten ausschließlich der   Wehrertüchtigung.

Gegen dies mächtigen Organisationen konnten kleine Dorfvereine nicht lange   mithalten. So blieben die Turner mit der Zeit weg. Doch die Mädchen   übten in Wohra fleißig weiter mit dem Erfolg, dass beim „Deutschen   Sportfest für Leibesübungen“ 1938 in Breslau zwei Mädels aus Wohra   allein den gesamten (alten) Sportkreis Kirchhain vertraten. Elisabeth   Schaake und Gerda Schütz waren mit Keulen- und Ballübungen die einzigen aktiven Vertreterinnen des Sportkreises.

Wie   wenig wert die Parteiführung auf die Erhaltung und Unterstützung   ländlicher Vereine legte, beklagt Vereinsführer Nölp. Zur Feier seines   25-jährigen Jubiläums als Vereins-(führer) Vorsitzender am 09. April   1939 hatte er, wie schon so oft zu Vereinsveranstaltungen, die   (NS-)Kreisleitung eingeladen. „Aber es kam auch diesmal niemand, keine   Absage, kein Glückwunsch, keine Antwort …“. Der 5 Monate später   beginnende 2. Weltkrieg brachte das endgültige Aus. Wehmütig klagt 1942 Nölp in seine Aufzeichnung: „…die Geräte fangen an zu rosten, …es ist   doch bitter zu sehen, wie alles verfällt was einem lieb war“.

Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg

Auch beim Neubeginn 1946 war es noch einmal der alt gewordene Christian   Nölp, der den Turn- und Sportverein Wohra erneut ins Leben rief und sich   an seine Spitze stellte. 1947 gab sich der Verein eine der Zeit   angepasste neue Satzung, unterschrieben vom 1. Vorsitzenden Christian   Nölp, 2. Vorsitzenden Wilhelm Kohl, Kassenwart Georg Gilsebach und   Jugendwart Johannes Raabe.

Zunächst   wurde nur Fußball gespielt, dann bis etwa zur Währungsreform 1948, auch  Damen- und Herrenhandball. Die ehedem so starke Turnabteilung kam unter  der Leitung des früher so erfolgreichen Turners Adam Schmidt auch  langsam wieder in die Gänge.

1949 stellte sich der Verein wie folgt dar: 1. Vorsitzender Heinrich Hertel,  2. Vorsitzender Heinrich Vakiner, Turnwart Johannes Schaake,   Damenabteilung Emmi Zulauf, Fußballobmann Konrad Schmerz,   Ehrenvorsitzender Christian Nölp (verstorben am 10.10.1950). der Verein zählt 109 männliche Mitglieder, 36 weibliche Mitglieder, 21 Schülerinnen  und 16 Schüler. Höhepunkte im Vereinsleben der kommenden Jahre wurden  das jährliche Schau- und Werbeturnen, der Turnerball, Theaterabende und  gelegentliche Wanderungen der Turnabteilung. Zum Angebot gehörten  inzwischen eine Volkstanz- und eine Musikgruppe. 

 

Beim  Sportfest zum 40-jährigen Jubiläum am 09./10. Juni 1951 wird im   Hauptspiel der Fußballer die A-Klasse-Mannschaft des VfL Neustadt von   einer kombinierten Elf aus Wohra und Halsdorf geschlagen. Vom eigenen   Verein folgen: Schauturnen der Männer, Auftritte der Gymnastikdamen,   Bändertanz der Volkstanzgruppe. Die Reifentanzvorführungen des TSV   Halsdorf runden das Programm ab.

Nachdem   die wertvolle Vorkriegsfahne 1945 von einem Angehörigen der 99st   Infantry Division der US-Army entführt worden war, hatten die Damen des Vereins löblicherweise eine schlichte weiße Vereinsfahne genäht, mit dem  Turnersymbol der vier roten F in der Mitte. Bei Festbesuchen wurde diese immer als die „Wohrsche Rotkreuzfahne“ verlacht. Um diesem Hohn   abzuhelfen, wird in einer Feierstunde am 20. August 1952 eine 300 DM   teure neue Vereinsfahne von den verdienten älteren Mitgliedern Heinrich Schmidt, Peter Seibel, Ludwig Hoch und Ad Schmidt enthüllt.

Sportlich  geht es stetig aufwärts. Die Turnerinnen und Turner sind auf den   Gauturn- und sonstigen Sportfesten im weiteren Umkreis nicht nur sehr   zahlreich, sondern auch sehr erfolgreich vertreten. Die Fußballer halten   sich in den oberen Rängen der B-Kreisklasse.

Doch   schon ab 1954 geht es sportlich wieder abwärts. Vollbeschäftigung mit Abwanderung von Aktivisten im Zuge des beginnenden Wirtschaftswunders, das Aufkommen des Fernsehers, größere Mobilität durch die beginnende   Motorisierung verändern das Freizeitverhalten insbesondere der Jugend.   Diese Veränderungen der Lebensumstände sind wahrscheinlich   verantwortlich für das nachlassende Interesse an sportlicher Betätigung in einem Verein.

Für ca. drei Jahre nimmt die Turnabteilung eine gewisse „Auszeit“. Sie hat   beim Schauturnen am 04.04.1954 zunächst ihren letzten großen Auftritt.   Außer den Schülern erscheint niemand mehr zu den Turnstunden. Auch die   Volkstanz- und Musikgruppe ist zunächst eingeschlafen. Es werden auch keine Theaterstücke mehr aufgeführt.

Erst   1958 findet wieder das beliebte Schau- und Werbeturnen statt. Es traten  aber neben der Schülerriege und den Gästen aus Gemünden nur noch einige  ältere Turner auf. Dafür war aber die Volkstanz- und Musikgruppe wieder  aktiv dabei. Doch der Turnbetrieb erreichte nie mehr die große  Bedeutung von einst. Gerade die Turnabteilung hatte mit ihren Erfolgen  den TSV Wohra im Kreisgebiet und weit darüber hinaus zu seinem guten  Namen verholfen.

Auch   bei den Fußballern herrschte Krisenstimmung. Nur noch eine Senioren-   und eine Schülermannschaft können notdürftig gehalten werden. Schon 1959   kommt es im Jugendbereich zu einer Spielgemeinschaft mit Halsdorf.   Erstmals zur Saison 61/62 muss gar die Seniorenmannschaft mangels Masse abgemeldet werden. Dieses Schicksal trifft die Fußballer noch einige   Male, bevor es 1970 zur Spielgemeinschaft – auch der Senioren – mit   Halsdorf kommt. Eine solche Spielgemeinschaft war schon 1963 erwogen,   von der Mitgliederversammlung am 02. Juli 1963 mit 22:10 Stimmen aber   abgelehnt worden.

Wilhelm   Wege, der ab 1957 die Vereinsgeschicke für 15 Jahre lenkte, beschrieb schon 1955 sehr drastisch die Situation: „Überall sieht man nur stumpfe  Gesichter, ….vorbei ist die gute alte Zeit. Heute sitzt alles in der   Wirtschaft vor dem Fernseher, oder klopft Karten.“ Trotzdem bleibt das   Vereinsleben im Schuss. Die Turnerbälle finden weiterhin großen Anklang.   Rund 150 Besucher füllten alljährlich den „Nölpschen“ Saal. Auch werden  die fälligen Jubiläen, 1956 das 45-jährige, 1961 das 50-jährige und  1966 das 55-jähe Stiftungsfest, mit großen Festzügen und ordentlichem  Sportprogramm – Schwerpunkt Fußball – begangen. Gefeiert wurde im  „Festzelt“, dessen Stangengestell später neben dem Sportplatz fest  montiert war.

Das   vom TSV Wohra gestellte Gesuch zur Bildung einer Spielgemeinschaft   stößt beim Vorstand des TSV Halsdorf auf Gegenliebe. In einer   gemeinsamen Vorstandsitzung am 02. November 1970 werden die Regularien   besprochen. Nachdem auch die Mitglieder des TSV Halsdorf am 05.11.   zustimmen, wird noch am gleichen Abend die Genehmigung beim   Kreisfußballwart Kunze und am nächsten Tag beim   Hessischen-Fußballverband eingeholt.

Wohra  zieht seine Mannschaft zurück, die Saison wird unter dem Namen   Halsdorf/Wohra beendet. Schon in der nächsten Saison treten die Wohraer und Halsdorfer Fußballer gemeinsam unter dem Namen „Spielgemeinschaft   Wohratal“ an.

Dem Verein   verbleiben nach der Überführung der Fußballer in die SG, die am 12.   Januar 1963 gegründete Tischtennisabteilung, die Damengymnastikabteilung   und einzelne Leichtathleten, die Langlauf und Crosslauf betreiben. Am traditionellen Turnerball wird weiter festgehalten und am 17. Oktober   1971 erstmals ein „Volkswandern“ organisiert. Diese Veranstaltung lag im   Trend der Zeit und wurde nun Jahr für Jahr wiederholt und fand immer   mehr Mitwanderer, die anschließend noch ein paar frohe Stunden bei Speis   und Trank verbrachten.

Auch   das 60-jährige Vereinsjubiläum wird am 26. Juni 1971 als kleines   Sommerfest unter dem selbstgebauten Zeltgestell feuchtfröhlich gefeiert.

Unter   dem 1. Vorsitzenden Heiner Dawedeit wird 1978 die Eintragung in das   Vereinsregister und der Bau eines Sporthäuschens in die Wege geleitet.   Die am 3.11.1978 beschlossene neue Vereinssatzung diente dem Amtsgericht   als Grundlage für die 1979 erfolgte Eintragung als TSV Wohra 1911 e.V.

Nach   dem ersten Spatenstich am 24. Juni 1978 war die Arbeitsbeteiligung für  das neue Sporthuschen erfreulich groß. Sie bröckelte aber mit der Zeit  dermaßen ab, dass erst ein Jahr später, am 30. Juni 1979, die   Einweihungsfeierlichkeiten mit einer Sportwoche begangen werden konnten.

Der   seit Jahren diskutierte Zusammenschluss der Nachbarvereine TSV Wohra   und TSV Halsdorf wird brennend akut als, 78/79 die Spielgemeinschaft   endgültig organisatorisch scheitert. Einziger Ausweg ist ein gemeinsamer   neuer ortsteilübergreifender Wohrataler Sportverein. In der   Jahreshauptversammlung am 12. Oktober 1979 gelang es dem neu gewählten   1. Vorsitzenden Hans Bubenheim, den zuvor gefassten ablehnenden   Beschluss der Vereinsauflösung durch einen neuen Beschluss zu   entkräften. Nunmehr wurde beschlossen, dass nach der Gründung des TSV   Wohratal die Mitglieder in den neuen Verein überführt und der alte   Verein anschließend aufgelöst werden sollte. Der TSV Halsdorf hatte   schon am 17.08.1979 einen gleichlautenden Beschluss gefasst.

Der   neue TSV Wohratal wurde am 30. November 1979 gegründet. Am 05.12.1980 löste sich der alte TSV Wohra auf seiner letzten Jahreshauptversammlung   auf.


Entwicklung und Vereinsgeschehen im TSV Halsdorf von 1921 - 1979

Die   Umstände und Schwierigkeiten vor der Gründung des „Sportverein   Halsdorf“, wie er sich zunächst nannte, werden vom langjährigen   Schriftführer Eduard Schneider sehr ausführlich dargelegt.

Er   wurde etwa Ende 1920 von Junglehrer Heinrich Lückert zwecks Aufstellung  einer Fußballmannschaft angesprochen. Zu diesem Vorgang vermerkt er:  „Ich machte ihm den Vorschlag nach Rücksprache mit meinen Schulkameraden  Ludwig Braun, Hans Becker und Karl Engel zu nehmen. Wussten wir doch,  dass die Bürger im Ort diesem Projekt ablehnend gegenüberstanden.“ Die  vier, damals 20-jährigen Burschen, trafen sich heimlich in der  Lehrerwohnung und einigten sich, für den 14. Februar 1921 zu einer  Versammlung in dem Saal der Gastwirtschaft Staffel (Wirts) einzuladen.

Hierzu   der Chronist: „Da der Saal etwas abgelegen der Verkehrsstraße lag, war   das Plätzchen geeignet um vorläufig nichts an die Öffentlichkeit   gelangen zu lassen“.

In der Gründungsversammlung am 14. Februar 1921 stimmten 29 spätere Mitglieder der Gründung des „Sportverein Halsdorf 1921“ zu.

Sie nahmen die von Lehrer Lückert erstellten Statuten an und wählten ihren Vorstand.

Der  junge Verein nahm einen rasanten Aufschwung. In die erste   Mitgliederliste vom 09. März 1921 hatten sich bereits 60 vorwiegend   jugendliche Mitglieder eingetragen.

Der   Anfangsschwung spiegelt sich auch in den Mitgliederversammlungen wider.  Obwohl die Statuten nur eine Versammlung pro Quartal forderten, wurden  im Gründungsjahr zehn Mitgliederversammlungen durchgeführt. Eine  erstaunliche Tatsache, bedenkt man, dass das Fehlen in den Versammlungen  und auch auf dem eigenen Spielfeld mit Strafgeld bedroht wurde!  Zunächst wurde nur Fußball gespielt. Wie eine Aufstellung belegt, konnte  der junge Verein sehr bald schon drei Mannschaften aufbieten. So kam z.  B. für die „Gesellschaftsspiele“ am 11. Juni 1921 gegen Wohra die I.  und die III. Mannschaft zum Einsatz.

Das als „Festchen“ sehr kurzfristig geplante erste Sportfest war zur   Auffüllung der „armen Kasse“ gedacht und übertraf alle Erwartungen. Bei herrlich warmen Wetter zogen 25 Gastvereine sowie aus Halsdorf der   Gesangverein, der Kriegerverein und die Schulkinder hinter den   schärpengeschminkten Ehrendamen im Festzug durch das Dorf. Am Heckenweg war das schön gelegene Terrassengelände des Gastwirts Wilhelm Engel   (Senior) als Festplatz, die dortige große Scheune als Festhalle   geschmückt und hergerichtet worden. Als Turn- und Sportplatz diente die angrenzende Wiese des Landwirtes Karl Leonhäuser. Hier fanden die   Fußballspiele und die Turn- und Leichtathletik-Wettbewerbe statt.

Die   weiter entfernt wohnenden Sportler oder Festbesucher, z. B. aus Roda, Dodenhausen, Mengsberg, Schweinsberg, Großseelheim, Mellnau, um nur   einige zu nennen, kamen mit der Reichsbahn, mit Fahrrädern bzw. in   Kombination Bahn/Fahrrad oder auch mit (Pferde-)Fuhrwerken angereist,   während die Sportsfreunde aus dem Umfeld natürlich auf Schusters Rappen anreisten. Die Vereinewurden am Ortseingang von Reitern empfangen und   mit Musik zum Festplatz geleitet. Der Eintritt zum Festplatz kostete 2   Mark, das Tanzgeld war unterschiedlich gestaffelt nach Burschen und   Mädchen, nach Einheimischen und Auswärtigen und betrug im Schnitt 6 Mark   für Herren und 3 Mark für Damen. Die 8-Mann-Kapelle spielte bis zur   Polizeistunde und musste mit ihren Instrumenten per Pferdefuhrwerk nach Kirchhain gebracht werden. Zu dieser späten Stunde verkehrte kein Zug   mehr auf der Wohratalbahn. Nachdem die Musiker das Podium geräumt   hatten, tanzte man nach den Klängen einer Ziehharmonika weiter bis zum   frühen Morgen.

Nachdem sich   der Verein finanziell saniert hatte, sollte nun der schon begonnene Bau eines Sportplatzes mit Nachdruck fortgeführt werden. Die Gemeinde hatte   „Unland mit vielen Steinen“ auf der Trift zur Verfügung gestellt. Obwohl  mehrere Arbeitstage für alle Mitglieder angesetzt und Nichterscheinen  mit 10 Mark pro Tag bestraft wurde, konnte der Platzbau im „Hand- und  Spanndienst“ nicht bewältigt werden. Das ungünstige, hängige dafür aber  „steinreiche“ Gelände trotzte dem Fleiß und Schweiß der Mitglieder.

Die   Heimspiele mussten all die Jahre auf wechselnden Wiesen und Weiden der   Mitglieder bzw. wohlwollender Landwirte ausgetragen werden.

Der   Arbeitsaufwand für jedes Heimspiel (Ausmessen und Abstreuen des   Platzes, Beseitigen der Kuhfladen, Aufbau der Tore usw.) war enorm.   Gespielt wurde in gelb-schwarzen Trikots, die beim jüdischen Kaufmann   Katten, einem Gründungsmitglied, gekauft wurden. Die Geldmittel für   Trikots und einen Fußball waren bei einer Ortssammlung hereingekommen.   Um den neuen Ball zu schonen und einer Unsitte Einhalt zu bieten,   beschloss die Mitgliederversammlung am 5. Mai 1921 ein Strafgeld von 5   Mark für jeden, der im Ort oder auf dem Weg zum Spielplatz den Ball   trat. Die gleiche Strafe traf jeden Spieler, der auf dem Sportplatz   rauchte.

Dem   Anfang 1922 gegründeten Wohratal-Spielverband trat man sofort bei.   Erster Vorsitzender dieses Verbandes war der Kaufmann Conrad Seibert II aus Rauschenberg. Neben Fußballspielen gehörten auch Leichtathletik und   turnerische Übungen ab Herbst 1921 zu den Vereinsaktivitäten. Mangels eigener Übungsleiter und Vorturner war der Verein zunächst auf die   nachbarliche Hilfe des Turnvereins Wohra angewiesen.

Im Gegenzug half man Wohra gelegentlich (bei Freundschaftsspielen) mit Fußballspielern aus.

Nachdem  1922 ein Reck angeschafft wurde und Ludwig Braun und Heinrich Klehm   einen Vorturnerlehrgang in Kirchhain absolvierten, kam auch der   Turnbetrieb besser in Gang.

Auf   Beschluss der Mitgliederversammlung vom 24. Januar 1923 wird der   Vereinsname nun geändert in Turn- und Sportverein Halsdorf 1921.

Ein- bis zweimal wöchentlich wurde Turnstunde im Saal Scheufler angesetzt, in dem auch das Reck aufgebaut war.

Die   1922 beschlossene Anschaffung eines Barrens fällt der fortschreitenden  ungeheuren Inflation zum Opfer. So konnten Barren und weitere Turngeräte  erst 1926/27 beschafft werden.

Inflation  und Wirtschaftskrise beeinträchtigten zunehmend auch die allgemeine  „Vereinsarbeit“. Am Beispiel Portokosten wird dies deutlich. Kostete   eine Postkarte im März 1921 noch 30 Pfennig, verteuerte sie sich von   1,25 Mark im März 1922 auf 5 Mark im März 1923 und gar auf 40 Mark im   Juli 1923. Trotz ständiger Beitragserhöhungen verlor der Verein den   Wettlauf mit dem Preisanstieg. Er konnte selbst die Portokasse nicht   mehr führen. Dabei war der Briefweg die wichtigste   Kommunikationseinrichtung, Telefon hatten nur wenige größere Firmen.

Wegen   leerer Vereinskasse musste am 11. Mai 1923 jeder Spieler der I. und II.  Mannschaft 1.000 Mark (eintausend) zur Anschaffung eines Fußballes beisteuern. Das Startgeld für das Turnfest am 17. Juni 1923 in   Großseelheim betrug pro Starter 200 Mark und konnte nur durch   Mitgliederspenden aufgebracht werden. Unter diesen schwierigen   Bedingungen kam der Sportbetrieb weitgehend zum Erliegen und erholte   sich auch nach dem Ende der Inflation (November 1923) zunächst nicht.

Die   sportlichen Aktivitäten belebten sich erst zu Beginn der 30er Jahre   wieder. Der TSV Halsdorf erfuhr einen neuen Aufschwung, viele junge   Mitglieder traten bei und wurden sportlich aktiv.

Auch   der Wohratal-(Fußball)-Spielverband hatte mehrmals seine Tätigkeit   eingestellt und erlosch wohl im Gefolge der Weltwirtschaftskrise 1929   ganz. Die Neugründung erfolgte zum Jahresbeginn 1931. Erster   Vorsitzender wurde der Bäckermeister Heinrich Dittmar aus Bracht.   Zunächst schlossen sich wieder 10 Vereine an. Neben dem TSV Halsdorf   spielten im Verband: Turnverein Wohra, Fußballclub Wohra, Langendorf,   Wolferode, Ernsthausen, Josbach, Schiffelbach, Rauschenberg und Bracht.

In   den sportlichen Hochkonjunkturzeiten der beginnenden 30er Jahre wird   auch die Sportplatzfrage wieder brennend aktuell, wie viele Eingaben   belegen. Als endlich im Herbst 1932 zaghaft erste Vorarbeiten begannen, fiel der Weiterbau den politischen Umwälzungen von 1933 zum Opfer.

Um  1929/30 bildete sich aus den Reihen der TSV-Mitglieder er   „Mandolinenclub Halsdorf“. Ob er sich als Abteilung des Sportvereins   Sah, bleibt unklar. Die Mitgliederliste weist 14 Teilnehmer aus. Auch   dieser Club ging nach 1933 wieder „klanglos“ ein.

Nach   der Machtübernahme im Januar 1933 durch das NS-Regime musste Zeugwart Katten als „Nichtarier“ ausgeschlossen werden. Die sportlichen   Freizeitbetätigungen wurden nun von der politischen Führung bewusst   absorbiert und in neue Kanäle gelenkt. Die allgemeine Aufbruchstimmung   nach langen Notjahren machte es dem NS-Regime leicht, auch die Jugend   für ihre Ziele zu begeistern und in den entsprechenden NS-Organisationen   zu binden. Der Jugend blieb nach anstrengenden Schulungs- und   Dienststunden in Jungvolk oder Hitlerjugend oder beim Bund deutscher   Mädchen (BdM) nur noch wenig Zeit und Lust, sich in herkömmlichen   Vereinen körperlich zu betätigen. Auch viele Erwachsene waren in der SA oder anderen NS-Organisationen voll ausgelastet, wobei diese Belastung von der Mehrzahl wahrscheinlich keineswegs als Last empfunden wurde.

Der   nach 1931 recht rege Turnbetrieb mit zwei Turnstunden pro Woche schlief  langsam ebenso ein wie der Verbandsfußball. Ab 1934 wurden nach  Aussagen von Zeitzeugen nur noch Freundschaftsspiele mit Nachbardörfern  ausgetragen.

Für die Zeit  nach 1933 ist auch kein Schriftverkehr mehr überliefert, wahrscheinlich  fand kaum noch welcher statt. Ob die Gleichschaltungsgesetze und die  Überführung aller Sportvereine unter das Dach de „NS-Reichsbundes für  Leibesübungen“ zum Niedergang des Vereinslebens beitrug, bleibt offen.

Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges kommt das vorläufig endgültige „Aus“ auch für den TSV Halsdorf.

Schon drei Monate nach Kriegsende formierte sich der TSV Halsdorf erneut. Die  Sportkameraden Heinrich Vestweber und Heinz Metke bemühten sich bei der  Besatzungsmacht um den Neubeginn.

Nach  Bekanntgabe durch die „Ortsschelle“ wurde die 1. Nachkriegsversammlung  zum 10. Juli 1945 in das Vereinslokal von Karl Engel einberufen.

Die   zuständige amerikanische Militärregierung überprüfte und bestätigte den  vorgeschlagenen Heinrich Reuter II als kommissarischen Leiters des Sportvereins. Seine Legitimation durch demokratische Wahl erfolgte in   der ordentlichen Mitgliederversammlung am 12. Januar 1946.

Obwohl   viele ehemalige Mitglieder und aktive Sportler noch nicht aus Krieg und  Gefangenschaft zurückgekehrt waren, wurde sofort mit Fußballspielen  begonnen. Mangels Verbandsorganisation konnten nur Freundschaftsspiele  ausgetragen werden.

Am   spielstärksten zeigten sich zu Beginn die Mannschaften (z.B. Cölbe), bei  denen noch viele ehemalige Fremdarbeiter vom Balkan oder aus Osteuropa  mitkickten, die nicht in ihre Heimatländer zurückkehren wollten bzw. die  Heimreise noch nicht angetreten hatten. Viele warteten ganz einfach die  Entwicklung ab, vielleicht aus Angst vor Repressalien.

Dank  Lebensmittelzuwendungen und dem Liebreiz der Halsdorfer Mädchen war es   gelungen, aus der Umgebung heimatlose oder sonst wie gestrandete   Fußballer anzuwerben und an Halsdorf zu binden. Dies zahlte sich in der Erfolgsbilanz aus. Als Klassenmeister konnte 1946 die erste Saison der Verbandsrundenspiele in der Kreisklasse II des neugegründeten   Sportverbandes Marburg beendet werden. Auch in der nächsthöheren   Kreisklasse I stand Halsdorf 1947 punktgleich mit Amönau an der Spitze. Das Entscheidungsspiel ging 2 zu 1 verloren und damit auch eine höhere Gruppierung bei der völligen Neugliederung der Spielklassen. Der Verein   hatte zu dieser Zeit 96 Mitglieder.

Die   Fußballspiele erfreuten sich großen Zulaufs. Sie waren oft die einzige  Abwechslung und Ablenkung von Not und Elend der Zeit. Diese   Einzigartigkeit erklärt nicht die ungeheure Fanatisierung der Zuschauer und Akteure. Lag es an der Orientierungslosigkeit oder an dem   allgemeinen „Werteverlust“ nach verlorenem Krieg? Allsonntäglich   entluden sich aufgestaute Aggressionen auf den dörflichen   Fußballfeldern, nicht nur mit Anfeuern der eigenen Mannschaft, sondern   häufig auch im Anbrüllen und Beleidigen des Gegners und des   Schiedsrichters. In diesen „Hexenkesseln“ entwickelten sich gelegentlich  regelrechte Massenschlägereien. Gut beraten war, wer genügend Anhang   mitgebracht hatte. Doch der Transport zu den Auswärtsspielen war nicht   ganz ungefährlich. Dicht gedrängt stand Mann an Mann auf dem offenen   Pritschenwagen der amerikanischen Armee. Noch schlimmer und   gefährlicher, die Fahrt auf stinkenden deutschen Holzvergaser-Lastwagen,   wenn man dabei von der schwankenden Menschenmasse gegen den heißen   Kessel gedrückt wurde.

Ein   Augapfel musste der Fußball gehütet werden. Ein Ball war nur im Tausch   gegen Lebensmittel erhältlich, die in Dorfsammlungen aufgebracht wurden.   Die Sportkleidung nähten die weiblichen Fans in Heimarbeit.

Der  TSV wurde im Herbst 1947 der B-Klasse Marburg zugeordnet. In der Gruppe  5 und später in der Gruppe 3 dieser Klasse spielte er die nächsten 13  Jahre sehr erfolgreich, aber oft als „ewig Zweiter“. Endlich 1953 gelang  der große Wurf, der Aufstieg in die A-Klasse.

Bis  1960, als wieder einmal der Aufstieg gelang, war der TSV Halsdorf   achtmal Vizemeister und zweimal Meister seiner Gruppe geworden.

Dem   Aufstieg folgte, wie schon 1953 nach der ersten Saison, der direkte   Wiederabstieg. Die Spielerdecke war doch sehr dünn geworden. Eine   erneute kräftige Blutauffrischung war dem beim Fernmeldebataillon 2 in   Marburg dienendem Vereinsmitglied Peter Engel zu danken. Zwei bis fünf   seiner Unteroffizierskameraden spielten von Ende der 50er bis Mitte der 60er Jahre für den TSV Halsdorf. Der beständigste war Günter Schröder, er blieb dem Verein bis zu seiner Versetzung treu. Dank seiner Erfolge gelang es dem Verein auch immer wieder Zugänge von Nachbarvereinen   abzuwerben.

Die größte Misere   der Vorkriegszeit, ohne eigenen Sportplatz Fußball zu spielen, konnte endlich 1949 beendet werden. Der Sportplatzbau oberhalb des Pfarrhauses,  also der Stelle, die der Verein schon vor dem Krieg ausersehen hatte,  war wegen einer Höhendifferenz  von 20 Meter vom Kreiskulturbaumeister  aus Kostengründen verworfen worden.

Die   Gemeindevertretung überließ nunmehr dem Verein im Juli 1947 ein wüstes  Ödland unterhalb des „Taspels“. Mit Eifer gingen die Vereinsmitglieder   die Erdarbeiten mit Schaufel, Hacke und Schubkarre an. Aussichtslos, wie  sich bald zeigen sollte, den „steinreichen“ roten Tonboden (Nied) auf  diese Weise umzulagern. Nur mittels „Abzweigung“ eines Schiebers   (Bagger) der US-Army, der in den ehemaligen Mun-Fabriken in (Stadt)   Allendorf zur Demontage eingesetzt war, konnte der größte Teil der   Erdarbeiten geschafft werden. Die restlichen 600 cbm Erdbewegung   schafften die Mitglieder in Handarbeit unter Einsatz einer Gleisanlage   mit Kipploren. Wer seine Arbeitsstunden nicht ableistete, musste 80   Pfennig (etwa ein Stundenlohn) pro nicht geleisteter Pflichtstunde   zahlen. Stolz konnte, nach glücklicher Vollendung, die   Sportplatzeinweihung am 31. Juli 1949 gefeiert werden. So konnte der   seit Juli 1948 im Amt befindliche rührige 1. Vorsitzende Johannes   Vestweber u.a. die Ehrengäste Landrat Eckel und Bürgermeister August   Metke begrüßen. Letzterer gab auch den Ball zum Auftaktspiel frei.

Laut   Protokollbuch war das ganze Dorf bei der Sache. Alle Häuser und Straßen  wurden feierlich geschmückt. Eine selbstgebastelte Papiergirlande umzog  den ganzen Sportplatz. Die Gastvereine wurden an den Ortseingängen von  Reitergruppen abgeholt und zogen anschließend in einem bunten Festzug  durch das Dorf. Dem Festzug voran die Schulkinder mit bunten Fähnchen,  die Ehrendamen in bunten Schärpen und, wie üblich, die örtlichen  Honoratioren und die Ehrenmitglieder in prächtig geputzten und  geschmückten Pferdekutschen. Der Landrat mit dem Bürgermeister sogar in  einem offenen Auto.

Das  sportliche Programm wurde vom TSV Wohra eröffnet. Rund 2000 Zuschauer spendeten den Darbietungen der Wohraer Turnerriege und der Tanzgruppe   großen Beifall. Anschließend zwei Fußballspiele: Wohratalauswahl B – TSV  Frankenberg (2:2) und Wohratalauswahl A – VfL Marburg (1:4).

Im sich anschließenden gemütlichen Teil wurde bei prächtiger Stimmung, so  der Chronist, bis in den frühen Morgen gefeiert, getanzt und gesungen.

Unter   dem Vorturner Ludwig Braun wurde 1951 wieder das Geräteturnen im Saal Scheufler aufgenommen. Die gleichzeitige Gründung einer   Mädchen-Tanzgruppe (Keulen-, Reifen- und Bändertanz) fand großen   Zuspruch in der Bevölkerung.

Aus   dieser Gruppierung entwickelte sich nach einigen Unterbrechungen die   Trachtengruppe des TSV, die sich später vom Verein löste und einen   eigenen Verein gründete. Auch der Turnbetrieb kam nach wenigen Jahren   wieder vollständig zum Erliegen. Fußball blieb die einzig ausgeübte   Sportart. Neben den Verbandsspielen wurde jährlich ein Pokalturnier   ausgerichtet. Gleichzeitig organisierte der Verein bis in die 60er Jahre   den alljährlichen Maskenball. Die Theateraufführungen der Laienspieler   des Vereins fanden großen Anklang über die Dorfgrenzen hinaus.

Nur   der Geselligkeit und dem Zusammenhalt der Mitglieder diente dagegen der  vereinsinterne, jährlich im Januar/Februar durchgeführte „Gemütliche  Abend“ oder „Kameradschaftsabend“, wie er sich später nannte. Obwohl als  geschlossene Gesellschaft deklariert, war stets fast das ganze Dorf  anwesend. Jede Familie hatte irgendwie Berührung mit dem größten  Dorfverein. Sketche, Schwänke, Gedichte, Lieder wurden eigens zu diesem  Ereignis ersonnen, vereinsintern gesammelt, glossiert und belacht. Diese  Form der Kameradschaftsabende wurde seit 1964 durch den zum gleichen  Termin mit ähnlichem Angebot stattfindenden „Dorfabend“, mehr und mehr,  verdrängt. Heinz Metke, der 20 Jahre dem Verein als Schriftführer  Diente, war der Hauptakteur und Moderator der gemütlichen Abende und  später der Dorfabende, der er 25 Jahre lang auch mit selbstverfassten  Gedichten und Sketchen bereicherte.

Kameradschaftsabende,   ohne großes Programm, wurden ab 1966 gemeinsam mit der Feuerwehr und   gelegentlich mit dem Gesangverein durchgeführt. Sie schliefen nach der   Gründung der Fußballspielgemeinschaft mit dem Rückgang der   Vereinsaktivitäten ganz ein.

Weitere   Höhepunkte der Nachkriegsgeschichte sind die Sportfeste, die aus Anlass  der Kassenaufbesserung organisiert wurden. Samstags Altherrenfußball  und sonntags Freundschafts- bzw. Pokalspiele zwischen klassengleichen  Nachbarvereinen waren das sportliche Programm. Tanzgeldeinnahmen und  Getränkeumsatz standen im Vordergrund und ließen die Kassen klingeln.

Höhere   Anforderungen an die Organisation und anspruchsvolle Programme brachten die fälligen Stiftungs- und Jubiläumsfeste 1951 und 1961. Sie bezogen   alle Dorfbewohner mit ein. Für die großen Festzüge wurde so manche   Fassadenrenovierung vorgezogen, alle Häuser mit Fahnen und frischen   Sträuchern, die Straßen mit Girlanden festlich geschmückt. Verwandte und   Bekannte wurden von weither zum Fest eingeladen und das „gute Geschirr“  aus den Schränken geholt.

Zum 30-järigen Jubiläumsfest im Mai 1951 deckte wiederum der Nachbar TSV   Wohra das turnerische Programm ab. Die eigene Turnabteilung befand sich noch immer im Aufbau. Dafür hatte die Reifentanzgruppe ihren ersten   größeren Auftritt, ansonsten bestimmte der Fußball das Sportgeschehen.

Schon  beim 40-jährigen Stiftungsfest im Juni 1961 wird nicht mehr geturnt.   Neben Fußball der Wohratalauswahlelf gegen eine Südkreiself ist der   Auftritt der Reifentanzgruppe ein sehenswertes Vergnügen.

Dem   dritten Aufstieg in die A-Klasse 1966 folgte umgehend der Abstieg.   Trotzdem war das Stadion „Rote Erde“, wie der Halsdorfer Sportplatz im   Volksmund genannt wurde, immer gut besucht. Dieser Platz auf dem nie ein   Grashalm eine Chance hatte, war entweder knüppelhart oder als   Schlammbad von den Gastmannschaften gefürchtet. Waschgelegenheit hatten die Akteure erst nach einem Fußmarsch von 1 Km auf dem Hof des   Vereinslokals. Der rote Nied haftete fest wie Farbe. Weiße Trikots   wurden nie wieder „strahlend“ weiß. Das tat dem üblichen „Gelage“ bei   Engels keinen Abbruch. Wurde gewonnen, musste gefeiert, wurde verloren, mussten die Wunden geleckt werden. Dies alles war reine Männersache.

Als   1974 einige Halsdorfer Mädchen in einer Vorstandsitzung die Aufstellung  einer Damenfußballmannschaft wünschen, wird dieser Wunsch abschlägig  beschieden.

Dem Antrag des  TSV Wohra, eine Fußballspielgemeinschaft zu bilden, war 1970 sofort  stattgegeben worden. Bis zur Übernahme in den TSV Wohratal 1979 war  dieser Zusammenschluss Streitthema jeder Jahreshauptversammlung. Noch in  der entscheidenden Auflösungsversammlung am 17. August 1979 bestritten  der „Ältestenrat“ und traditionsbewusste Mitglieder dem Vorstand das  Recht, die Vereinsauflösung zu betreiben. Das Ergebnis war auch denkbar  knapp; 19 Befürwortern standen 12 Gegenstimmen und 6 ungültige Stimmen  entgegen. Die Gründung des TSV Wohratal und die Überführung des TSV  Halsdorf und des TSV Wohra in diesen neuen ortsteilübergreifenden Verein  lagen einfach im Zuge der Zeit. Mag man den Verlust an dörflicher  Identität bedauern, aufzuhalten war die Entwicklung nicht.

Spielgemeinschaft Wohratal gegründet 1970

Ausgangs   der 60er Jahre kriselt es immer häufiger im TSV Wohra und TSV Halsdorf,  deren Schwerpunkt die Fußballabteilungen sind. Beim TSV Wohra leidet  diese Abteilung seit Jahren unter akutem Spielermangel. In Halsdorf ist  an Spielern kein Mangel, es gelingt noch immer Talente aus den  Nachbarvereinen abzuwerben. Obwohl immer „oben“ mitspielend kann aber  der sehnlichst angestrebte Wiederaufstieg in die A-Klasse allein nicht  geschafft werden. Eine Spielgemeinschaft, wie sie die Schüler und  Jugendmannschaften schon seit 1959 immer wieder praktizieren, wäre der  vernünftigste Ausweg.

Auch der kürzlich vollzogene politische Zusammenschluss zur Großgemeinde   Wohratal legt den Gedanken, nun auch sportlich zusammenzuarbeiten, nahe und wird von politischer Seite gewünscht und gefördert.

Meist   vom TSV Wohra ausgehend, wird seit 1963 die Spielgemeinschaft immer   wieder von den Vorständen diskutiert, aber in beiden Vereinen von den   Mehrheiten abgelehnt. Von der Vernunft her wird eine gemeinsame   Mannschaft durchaus auch von den Mitgliedern als sinnvoll erachtet,   während die emotionale Gefühlslage dem noch entgegensteht, wie das   wunderliche Abstimmungsverhalten in Halsdorf zeigen wird und das sich so   ähnlich Jahre später, auch in Wohra, bei der Gründung des TSV Wohratal,  wiederholen sollte.

In einer  außerordentlichen Versammlung des TSV Halsdorf am 05.11.1970 wird nach  kontroversen, heftigen Diskussionen ein Antrag des TSV Wohra (vom  02.11.) zur Bildung einer Spielgemeinschaft in geheimer Abstimmung mit  30:3 Stimmen abgelehnt. Daraufhin lässt der Vorstand, nach weiteren  Debatten, nochmals öffentlich abstimmen mit dem unglaublichen Ergebnis,  dass nun die Versammlung mit 31:2 Stimmen einer Spielgemeinschaft  zustimmt. Noch am gleichen Abend legen die Vorstände beider Vereine die  Regularien fest.

  • Der TSV Wohra zieht sofort seine Mannschaft aus der laufenden Verbandsrunde zurück.
  • Bildung eines Ausschusses, der einen Auseinandersetzungsvertrag entwirft.
  • Horst   Schmidt und Lothar Viereckl sollen noch am heutigen Abend um   Befürwortung beim Kreisfußballwart Kunze vorstellig werden. Hans Pietsch   und Bernd Welkerling sollen morgen beim Hessischen Fußballverband wegen  der Genehmigung vorsprechen.

Im Auseinandersetzungsvertrag werden am 12.11.1970 u. a. folgende Vereinbarungen getroffen:

  • Gemeinsame   3. Kasse, in der Einnahmen/Ausgaben des Spielbetriebes abgerechnet   werden. Entsteht ein Defizit, tragen beide Vereine dieses je zur Hälfte.
  • Kassierer wird Lothar Viereckl, 2. Kassierer Hans Langkam.
  • In   den Spielausschuss wurden gewählt aus Halsdorf Horst Klein, Horst   Grebing, Horst Schmidt; aus Wohra Gerhard Dawedeit, Peter Manhenke,   Helmut Völker.
  • Der Spielausschuss soll entscheiden, auf welchem Platz gespielt wird (Training in Wohra).
  • Für die Zukunft wird angestrebt, einen Verein mit Namen TSV Wohratal zu gründen.

Am 18.06.1971 beschlossen die Vereinsvorstände des TSV Wohra und TSV Halsdorf:

  • Ab kommender Saison spielt die Spielgemeinschaft unter dem Namen „SG Wohratal“.
  • Als Vereinsfarben werden festgelegt: Rot-weiß = weiße Hose – rotes Dress – weiße Stutzen.
  • In den Ausschuss für Planung eines neuen Sportplatzes wurden gewählt: Heinrich Damm, Wilhelm Wege, Peter Manhenke, Hans Langkam.

Die SG hat zunächst einen guten Start, es gibt keine Führungsprobleme und schon gar keine Spielerprobleme. Um finanziell unabhängiger zu werden, übernimmt die SG nach und nach viele bisher von den Muttervereinen   ausgerichtete lukrative Veranstaltungen. Die Ausrichtung von   Pokalturnieren, Tanzveranstaltungen usw. macht sie von den   Muttervereinen immer unabhängiger. So entwickelt sie langsam ein   Eigenleben, wie ein Dritter Verein, jedoch ohne Mitglieder. Es fehlt an Bindung der Spieler zu einem Verein. Während die Fans in ihren   jeweiligen Vereinslokalen die Siege feiern oder nach Verlust die Wunden lecken, hängt die Mannschaft dazwischen in der Luft.

Ein  besonderes Gewicht legt die Spielgemeinschaft auf die Jugendarbeit. Dem Jugendleiter Helmut Völker stehen Betreuer aus den Stammvereinen zur  Seite. Festgelegt ist, dass jeder Stammverein eine bestimmte   Jugendmannschaft alleinverantwortlich materiell und organisatorisch zu   betreuen hatte. Dieses System verwischt sich mit der Zeit. Die einzelnen  Jugendmannschaften erhalten ab 1974 jährlich feste   Aufwandsentschädigungen, was später zu einer Art weiterer Nebenkassen   führt. Überhaupt verselbständigt sich die Jugendabteilung immer mehr zu einer fast eigenständigen weiteren Organisation. Motor und Organisator wird Heinrich Linker.

Bei den  Senioren spielt sich ähnliches ab der langsame und stillschweigende  Rückzug der Muttervereine aus dem organisatorischen Bereich führt zur Einmannführung. Alleinverantwortlich oder alleingelassen führt der   bisherige Fußballobmann Peter Manhenke die Geschicke der SG mehr oder   Weniger selbständig gut durch alle Klippen. Dass dies kein Dauerzustand sein kann, wird auch in den Vorstandsebenen beider Vereine erkannt. Eine  Zusammenführung beider Vereine zu einem neuen TSV Wohratal wird seit  1974 bei Vorstandssitzungen und in Versammlungen beider Vereine immer  wieder diskutiert.

Zum   Jahresende 1977 ist es soweit. Aufgrund verschiedener Querelen kündigt  Peter Manhenke, der „Manager“ der SG, die Einstellung seiner Tätigkeit   zum Saisonende 1978 an.

Ein   aus je drei Personen vom TSV Wohra und TSV Halsdorf bestehendes   „Gremium“ soll die Führung der SG übernehmen, so das Ergebnis mehrerer   Krisensitzungen der Vereinsvorstände. Nach langer Suche wird am   03.03.1978 die neue SG-Führung gewählt:

Spielausschussobmann   Horst Schmidt (seine Bedingung als) Vertreter Hans Pietsch, Kassierer Erhard Viereckl, Vertreter Hans Heinrich Schütz, Schriftführer Helmut   Völker, Beisitzer Heinrich Nau (zgl. Vorsitzender), 2. Beisitzer   Heinrich Damm I.

Frage des   Jugendleiters H. Linker: „Die Jugend untersteht doch wohl nicht dem   neuen Gremium?“ Antwort des Versammlungsleiters Heiner Dawedeit: „Nein, das machst du hervorragend“. Die Jugendabteilung bleibt somit weiterhin  selbständig. Diese neue SG – Führungsriege ist schon nach ca. eineinhalb  Jahren verschlissen und stellt zum Saisonende 78/79 ihre Arbeit  endgültig ein. In mehreren gemeinsamen Krisensitzungen kann kein neues  Gremium gefunden werden. Der Fußballbetrieb ist akut gefährdet, kein  „Mutterverein“ will die Organisation und Leitung übernehmen. Die   Gründung eines neuen TSV Wohratal erscheint als Ausweg unerlässlich.   Über die Modalitäten kann zwischen den Vorstandsriegen beider Vereine   nach wie vor keine Einigung erzielt werden. Der TSV Wohra verweigert die   Auflösung und verlangt kategorisch, dass sich der TSV Halsdorf dem TSV   Wohra anschließt, hatte er sich doch gerade erst beim Amtsgericht als e.  V. eintragen lassen. Auch die Einweihung des Sporthäuschens am   Wohrschen Sportplatz lag gerade mal vier Wochen zurück.

In   dieser Pattsituation beschließt der TSV Halsdorf am 17.08.1979 in einer  turbulenten außerordentlichen Versammlung mit 19:12 bei 6 ungültigen  Stimmen die Auflösung. Dieser Beschluss sollte nur wirksam werden, wenn  auch der TSV Wohra sich auflöst und ein neuer, alle Ortsteile  umfassender, TSV Wohratal gegründet würde.

Noch   schwieriger gestaltete sich die Geburt eines neuen Vereins für den TSV  Wohra. In der Jahreshauptversammlung am 12. Oktober 1979 wurde auf   Antrag des amtierenden Vorsitzenden zunächst der Beschluss gefasst, dass   nur ein Anschluss des TSV Halsdorf an den TSV Wohra zu einem neuen   Verein führen dürfte. Erst nach Neuwahlen gelang es dem neugewählten 1. Vorsitzenden Hans Bubenheim, nach hitzigen Disputen, die Versammlung zu   überzeugen, dass mit dem zuvor gefassten Beschluss die dringend   notwendige Neugründung eines Gesamtvereins verhindert würde. Nicht die   Modalitäten sondern die schnelle Neugründung müssten Vorrang haben mit   der notwendigen 2/3-Mehrheit beschlossen die 54 stimmberechtigten   Mitglieder nun, dass der TSV Wohra nach Gründung des TSV Wohratal in   diesen überführt und anschließend aufgelöst werden soll. Nun war der zur   Gründung des TSV Wohratal 1979 e.V. endlich frei.

Entwicklung und Vereinsgeschehen im TSV Wohratal ab 1979

Der nach heftigen Geburtswehen am 30. November 1979 von 69 Mitgliedern des  ehemaligen TSV Wohra und TSV Halsdorf gegründete TSV Wohratal 1979 e.V.  verpflichtete sich in seiner Präambel, die in den bisherigen Vereinen  gepflegte Tradition aufrecht zu erhalten. Die Vermögensteile übernimmt  der TSV Wohratal. Der neue Sportverein hatte einen guten Start. Alle  Funktionsposten sind besetzt, rund 80 % (260 Mitglieder) aus den alten  Vereinen konnten in den neuen Verein überführt werden. Der Vorstand wird  paritätisch besetzt.

In die Vorstandsriege zum Neubeginn werden gewählt:

  • Vorsitzender Hans Bubenheim, 2. Vorsitzender Hartmut Aschermann,
  • Kassenwart Erhard Viereckl, Stellvertreter Lothar Viereckl,
  • Schriftführer Walter Reuter, Stellvertreter Peter Engel,
  • Abteilungsleiter   Fußball Horst Schmidt, Dieter Palm, Tischtennis-Herren Rainer Becker, Tischtennis-Damen Hilde Zulauf, Gymnastik Margret Theis, Jugendwart   Heinrich Linker, Jugendbetreuer Walter Buch, Achim Homberger, Helmut   Engelmann, K.H. Kisselbach, Dietmar Palm und Bernd Bubenheim.

Dem  Verein wird (Schreiben vom 06.10.1980) gestattet, das Gemeindewappen im Briefkopf zu führen. Der Gemeindevorstand sichert zu, dass schon 1980  mit dem Sportplatzbau am Bürgerhaus begonnen werden soll.

Am   17. Juni 1983 wird der neue Sportplatz am Bürgerhaus mit einem großen Programm eingeweiht (Bild Zeitung). Eifersüchteleien und das   Ortsteildenken „wo denn am Sonntag gespielt werden soll“, fallen endlich   weg.

Die Euphorie und der   Anfangselan erlahmen leider schon nach nur einem Jahr. Die ersten   Jugendbetreuer und der Fußballobmann geben auf. Diese Positionen bleiben   längere Zeit unbesetzt und werden zwischenzeitlich vom 1. Vorsitzenden   mit wahrgenommen. So kommt es schon 1984 zur ersten großen   Führungskrise. Von fünf möglichen Jugendmannschaften kann nur noch eine betreut werden.

Der 1.   Vorsitzende H. Bubenheim kündigt seinen Rücktritt an, wenn sich keine   ehrenamtlichen Mitarbeiter finden. Zu der zu diesem Zweck einberufenen   außerordentlichen Mitgliederversammlung am 07.09.1984 erscheinen   lediglich 6 Vorstandsmitglieder und vier Spieler. Bubenheim erklärt   seinen Rücktritt, ihm schließen sich vier weiter Vorstandsmitglieder an.   Die satzungsgemäß vorgeschriebene Versammlung zur Neuwahl der   verwaisten Vorstandsposten am 17. Oktober 1984 besuchen immerhin 64   Mitglieder. Auch auf dieser Versammlung können die fehlenden Betreuer   und Vorstandsmitglieder nicht gefunden werden, sodass sich der bisherige   1. Vorsitzende allen Bitten verschließt „weiterzumachen“.

Nachdem   auch der Rumpfvorstand trotz eifrigen Bemühens und in mehreren   Sitzungen keine Kandidaten findet, führt der Schatzmeister Erhard   Viereckl die Vereinsgeschäfte für die nächsten fünf Jahre allein. Die   sehr selbständigen Tischtennis- und die Gymnastikabteilung berührt die   Fußballbetreuer und Vorstandsmisere ohnehin kaum.

Die   Betreuerposten der Fußballabteilung können mit der Zeit alle besetzt   werden, sodass der Erfolg nicht lange auf sich warten lässt. Hoch ging   es her bei der Aufstiegsfeier in die A-Klasse am Saisonende 85/86. Der   eigentlich nicht mehr amtierende Hans Bubenheim kann den   Kreisfußballwart Kunz und rund 350 Fans und Abordnungen aller   Nachbarvereine zur Feierstunde im Bürgerhaus begrüßen.

Es   dauert vier Jahre, bis es nach vielen Vorgesprächen und Sitzungen   gelingt, Kandidaten für die Besetzung des verwaisten Vereinsvorstandes   zu finden.

Ergebnis der Neuwahlen in der Mitgliederversammlung vom 2. Juni 1989:

1.   Vorsitzender Peter Engel, 2. Vorsitzender Manfred Zulauf, Kassenwart   Erhard Viereckl, Schriftführer Walter Reuter, Abteilungs-/Spartenleiter Jugend Bernd Bubenheim, Tischtennis Rainer Becker, Damengymnastik   Margret Theis.

Heini Metke   beantragte, einen Ältestenrat als weiteres Vereinsorgan zu wählen.   Dieser habe sich in Vereins- oder Vorstandskrisen beim ehemaligen TSV   Halsdorf sehr bewährt. Es wird ein Antrag auf Satzungsänderung gestellt.   Ergebnis: Mit 49 Ja-Stimmen, 27 x Ablehnung, 6 Enthaltungen bei 82   Stimmberechtigten, wird die erforderliche ¾-Mehrheit verfehlt.

Erst   kurz im Amt, organisiert der neue Vorstand die Feier zum 10-jährigen   Vereinsjubiläum. Unter dem Motto „ein Verein stellt sich vor“, zeigen am   25.11.1989 alle Abteilungen Ausschnitte ihres Könnens: artistische   Ballführungs-Schau und rasante Schaukämpfe. Die jüngsten der seit etwa   einem halben Jahre bestehende Turngruppe „Mutter und Kind“ haben ihren   ersten öffentlichen Auftritt. Viel Beifall ernten die Gastgruppen, die   Kunstradsportgruppe Ernsthausen (FKB) mit ihrer Radakrobatik und die   Damengymnastik-Gruppe Rauschenberg mit gekonnter Schaugymnastik. Auch   die Fußballjugend kam gut an. Stürmische Heiterkeit erzeugte Gerhard   Zulauf beim obligatorischen Rückblick mit seinen spaßigen Reimen „Jo so Wors“. Bei der vom 1. Vorsitzenden Peter Engel zusammengestellten   Dokumentation in „Wort und Bild“ konnte sich manch ehemals Aktiver   wiedererkennen und von alten Zeiten schwärmen.

Noch   1989 schließt sich die in privater Initiative entstandene bis dahin   trägerlose Jugendballettgruppe dem TSV an. Initiator und Sprecher in den   nächsten Jahren war Gerhard Knöpfel.

Der   Anschluss der Radsportgruppe Wohratal in 1991 unter Peter Vollmerhausen  erweitert nochmals die Angebotspalette. Diese Abteilung betreibt auch  etwas Leichtathletik (Laufdisziplinen); sie dehnt – wie auch schon die  „Ballettratten“ – das Mitgliederaufkommen weit über die Gemeindegrenzen  aus. Die Erweiterung des Einzugsbereiches liegt voll im Zeittrend. Der  Verein wird mehr und mehr moderner Dienstleister, die Mitgliedschaft ist  zweckbestimmt und somit zeitgebunden, die Fluktuation der Mitglieder  entsprechend hoch.

Zu   einem besonders denkwürdigen Ereignis in der Vereinsgeschichte wird die  wundersame Rückkehr der „kriegsvermissten“ Vereinsfahne des TSV Wohra  1911. Auch die Umbenennung des TSV Wohratal 1979 in TSV Wohratal 1911  ist eine Folge dieser Fahnenrückgabe. Die mit diesem Vorgang befassten  Vertreter des Deutschen Turnerbundes gaben den Hinweis, dass beim  Zusammengehen zweier „alter“ Vereine der „neue“ Verein immer das   Gründungsdatum des ältesten Vereins übernehmen könne, wenn die Tradition  und Mitgliederrechte weitergeführt würden.

Folgerichtig   ergibt sich das Novum, dass der gleiche Verein, der 1989 sein   10-jähriges Bestehen feierte, zwei Jahre später (vom 14. Bis 16. Juni   1991) sein 80-jähriges Stiftungsfest feiern konnte. Beim Festkommers am 14.06.1991 übergaben vier Ehemalige die Fahne, unter der sie einst   turnten, symbolisch an den TSV Wohratal.

Die   Umwidmung dokumentierte ein Fahnenband, das die Firma Wilmes stiftete.  In einem bunten Reigen rund um das Bürgerhaus, so das Festmotto,   präsentierten sich alle örtlichen Vereine durch ihre Darbietungen.

Der   Sportverein der Patengemeinde Flechtingen war mit einer Abordnung   vertreten. Zwölf örtliche Künstler stellten erstmals gemeinsam ihre   Werke einem großen Publikum vor. Maler-, Töpfer- und Steinmetzarbeiten   waren neben Hessenstickerei und anderem zu bestaunen. Mit dieser   Einbindung aller örtlichen Gruppierungen sollte bewusst die weitere   Integration der einzelnen Ortsteile unterstützt werden. Außerdem sollten   mit diesem Fest auch Menschen aus anderen Orten für den TSV Wohratal   interessiert werden, denn noch immer kamen die Mitglieder fast   ausschließlich nur aus Wohra und Halsdorf. Die gleiche Wirkung erwartete   sich der Verein vom jährlichen Volkswandern und dem „Radfahren für   Jedermann“.

Am 30.05.1992 war   der Gegenbesuch beim SV Flechtingen fällig. Nach einigen   organisatorischen Schwierigkeiten bot die gemeinsame Unterbringung in   einem verlassenen kasernenähnlichen ehemaligen FDJ-Heim, vor allem den   Frauen, ein ungewohntes Erlebnis. Keine hatte bisher in dreistöckigen   Militärbetten geschlafen.

Die   folgenden Jahre waren geprägt durch den Bau eines Sporthauses an dem   Sportplatz am Bürgerhaus. In 1989 war die Idee entstanden, für die   sonntäglichen Helfer des Getränke- und Bratwurstverkaufes einen   wetterfesten Unterstand zu errichten. Am Anfang sollte es nur eine   Pergola als Anbau an das Bürgerhaus sein. Diese wurde von den   Gemeindegremien abgelehnt, da sie dem Aussehen des Bürgerhauses nicht   gerecht werden würde. Von der Gemeinde wurde vorgeschlagen, stattdessen ein Blockhaus zu errichten. Für den Vorstand des TSV war dieses aber   nicht realisierbar, da es viel Geld kosten sollte und der Verein es ohne   Zuschüsse selbst finanzieren müsste. Alternativ bekam man von der   Gemeinde, an der Nordost- und Südost-Seite des Sportplatzes, 2 Flächen   zum Bau einer größeren Hausvariante in Aussicht gestellt. In dieser   neuen Situation kamen im Vorstand die Überlegungen, was man in einem   größeren Gebäude alles integrieren könne: eine Garage für den Vereinsbus   der Jugendmannschaften, die fehlende Schiedsrichterumkleidekabine,   einen Raum für Sportgeräte- und Getränkelagerung und die im Bürgerhaus   fehlende Behinderten-Toilette. Für so ein Sportfunktions-Haus könnte man   auch einige Zuschüsse erwarten.

Man   bemühte sich um technische Zeichner für verschiedene Varianten, die man  in Walter Reuter, Arno Wege, Kurt Homberger und Heinrich Rühl auch fand. In der Jahreshauptversammlung am 10.10.1992 wurde 40 anwesenden   Vereinsmitgliedern 2 Varianten zur Abstimmung vorgestellt. Ein großes   Sporthaus an der Nordost-Seite, mit allen praktischen Vorteilen, aber   hoher Folgekosten und finanziellen Nachteilen, oder ein kleineres   Gebäude an der Südost-Seite mit praktischen Nachteilen. Die   Vereinsmitglieder entschieden sich für die finanziell günstigere kleine Variante. Es wurde ein Bauantrag gestellt und bei der Gemeinde   eingereicht. Zwischenzeitlich traf man Vorbereitungen für den Bau und   bemühte sich um die Finanzierbarkeit durch Zuschüsse. Am 14.04.1993   wurde dem Vorstand vom Gemeindevorstand mitgeteilt, dass man dem   Bauantrag nicht zustimmen kann, das Gebäude könne einer späteren   Bürgerhaus-Erweiterung im Wege stehen. Die Gemeinde schlägt als neuen   Standort einen Anbau an der Nordwest-Seite des Bürgerhauses vor. Als   kleines Bonbon für die vielen erfolglosen Planungen versprach man eine   Beteiligung am Bau in Form einer Unterkellerung für ein Gemeinde-Archiv.   Der Bauherr, und somit für die Planung und Durchführung des Baues   Verantwortliche, solle der TSV Wohratal bleiben. Für die neue Planung   wurde mit der Gemeinde vereinbart, Herrn Werner Sachs aus Gemünden zu   beauftragen.

In der   Jahreshauptversammlung am 18.06.1993 stellte sich Peter Engel aus   persönlichen Gründen nicht mehr der Wahl zum 1. Vorsitzenden. Es konnte auch kein anderer für dieses Amt gewonnen werden. Die Wahl ergab als 2.   Vorsitzenden Manfred Zulauf, Kassenwart Erhard Viereckl, Stellvertreter  Hans Langkamm, Schriftführer Peter Engel, Stellvertreter Heinz  Bartelmeß, Jugendleiter Bernd Bubenheim sowie die Bestätigung sämtlicher  Spartenleiter durch die Mitgliederversammlung. Spätere Bemühungen  bezüglich der Suche eines neuen 1. Vorsitzenden blieben leider  erfolglos. Das Amtsgericht Kirchhain versicherte im August 1993, das der  TSV Wohratal durch 3 benannte geschäftsführende Vorstandsmitglieder  weiterhin geschäftsfähig bleibe.

In   einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 06.05.1994, wurden den  16 anwesenden Vereinsmitgliedern die neuen Planungen vorgestellt. Aus  dieser Versammlung wurden 5 Mitglieder als Beauftragte für die   Koordination und Nachweis der Eigenleistung vorgeschlagen. Diese waren   Heinrich Dönges, Peter Engel, Erhard Viereckl, Bernd Bubenheim und Hans Langkamm.

Nachdem   am 08.03.1994 die Baugenehmigung vom Kreisbauamt erhalten hatte, wurde   am 29.04.1994 das Baufeld hergestellt. Die Bauarbeiten begannen am   14.05.1994 mit dem betonieren der Fläche für den Gastank. Am 03.12.1994 wurde nach beendeter Fertigteilmontage durch die Fa. Wohrataler Holzbau   Richtfest gefeiert. In der Zeit vom 21. – 23.12.1994 wurde die   Dachverschalung aufgebracht, um das Haus winterfest zu haben.

Bis   zum Garagentoreinbau am 28.05.1999 sind ca. 2.300 Arbeitsstunden von   Mitgliedern des TSV Wohratal in Eigenleistung erbracht worden.

Anfang   1995 kam es dann zur finanziellen Krise des TSV. Durch verschiedene   fehlende unterlagen war man leider nicht in der Lage, die geplante   Finanzierung für das Sporthaus in den Griff zu bekommen. Die   Gemeindegremien standen nicht mehr zu ihrem Wort, dass der TSV Wohratal alleiniger Bauherr Sei. Daraufhin war es auch nicht möglich einen   Pachtvertag für das bebaute Grundstück zu erlangen. Es musste ein neuer Vorstand gewählt werden, denn alle Verhandlungspartner waren nur bereit,  mit einem 1. Vorsitzenden des Vereins neue Verträge auszuhandeln.  Obwohl die Lage fast aussichtslos erschien, hatten sich 7   Vereinsmitglieder bereit erklärt, das Ruder in die Hand zu nehmen und den TSV wieder geschäftsfähig zu machen. In der außerordentlichen   Mitgliederversammlung am 29.06.1995 wurden Bernd Bubenheim zum 1.   Vorsitzenden, Helmut Engelmann zum 2. Vorsitzenden, Erhard Viereckl als Kassierer, Hans Langkamm als dessen Vertreter, Norbert Kischnick als   Schriftführer, Stefan Gilsebach als stellv. Schriftführer und Jens Ratz zum Jugendleiter von 39 Vereinsmitgliedern gewählt. Nun begann die harte  Zeit der Konferenzen und der Vorbereitung zur Erlangung von wichtigen  Unterlagen. Anfang des Jahres 1996 war man dann in der Lage, die  Zuschüsse der LSB (20.000 DM) und des Kreissportamtes (25.00 DM) zu  beantragen. Zur Erlangung dieser Fördermittel war sehr viel Wohlwollen   von den Herren Heinz-Peter Schwick (LSB) und Bernd Schmidt (Kreis)   notwendig. Die Fördermittel kamen allerdings nicht sofort, sondern waren   vollständig erst nach ca. 2 Jahren eingegangen. Der Knackpunkt war   nunmehr der fehlende Pachtvertrag mit der Gemeinde.

Diese   Verhandlungen erwiesen sich als äußerst schwierig, da es zu keiner   Annäherung in den Standpunkten kam. Erst nach der Kündigung des   vorläufigen Kredits durch die Spar- und Kreditbank und die dadurch   entstandene Kündigung des Kassierers Erhard Viereckl im September 1996, fand man sich kompromissbereit. Doch stand man mit der Kündigung des   Kredites kurz vor dem Konkurs des Vereins. Lothar Viereckl war es durch die Aufnahme eines persönlichen Kredits über 107.000 DM für den TSV zu verdanken, dass der Verein nicht in Insolvenz geriet. Es musste jetzt   alles getan werden, damit der TSV zu finanziellen Mitteln kam. Eine   Aktion „Pflasterstein“ wurde organisiert. Hier konnten Vereinsmitglieder   Quadratmeterweise Pflaster zu 25 DM erwerben, das später auf einer   Tafel veröffentlicht werden soll. Es wurden insgesamt 47m² verkauft. Auf   der Jahreshauptversammlung am 12.10.1996 machte Gerhard Dawedeit den   Vorschlag, Genussscheine für das Sporthaus auszugeben. Dies wäre in   anderen Vereinen ebenfalls schon praktiziert worden. Die 65 anwesenden   Mitglieder beschlossen mehrheitlich, eine „Sporthaus-Aktie“ im Wert von 200 DM anzubieten. Da nicht jedes Vereinsmitglied auf eine Rückzahlung bestehen wollte, kam es zu 2 Varianten. Aktien mit Rückzahlung bis zum 31.12.2005, sobald der Verein wieder schuldenfrei ist, und Aktien ohne Rückzahlung. Dafür gab es eine gedruckte Aktie als Erinnerung und eine Spendenquittung. Diese Aktion brachte dem Verein bis September 1997   25.500 DM ein.

In 1996   feierte der TSV vom 14. – 20.07. sein 85-jähriges Jubiläum. Aufgrund der  finanziellen Probleme entschloss man sich zu einem kleinen Festprogramm  innerhalb der in diesem Zeitraum stattfindenden   Fußball-Stadtmeisterschaften Rauschenberg/Wohratal, u. a. gab es am   Sonntag ein F-Jugend-Fußballturnier und einen Schaukampf von 2   Tischtennis-Spielern vom Verbandsligisten TSV Eintracht Stadtallendorf. Die Gymnastik-Damen boten Kaffee und Kuchen an. Montag, Mittwoch und   Freitag wurde der Stadtpokal Senioren-Fußballer ausgespielt. Nach der   Pokalübergabe an den TSV Wohratal durch den Rauschenberger Bürgermeister   Manfred Barth schloss sich ein Open-Air-Discoabend an. Am Samstag   spielten die Alte-Herren-Fußballer ihren Stadtpokal aus.

Am   14.11.1996 einigte man sich mit der Gemeinde auf einen Mietvertrag   incl. Einer Kommunalbürgschaft zur Absicherung eines Kredites über   80.000 DM bei der Sparkasse Marburg-Biedenkopf. Man konnte somit die   Schuld bei Lothar Viereckl per 18.02.1997 wieder ablösen. Der Kredit bei   der Sparkasse konnte durch den Eingang von Zuschüssen und der   „Sporthaus-Aktie“-Aktion, bis zur Jahreshauptversammlung am 05.09.1997   auf 32.000 DM reduziert werden. Nun war es Zeit, den Verein wieder mit   frischen Kräften zu besetzen, um den weiteren positiven Trend fortsetzen   zu können.

Im Vorfeld der   Neuwahlen wurde mit einigen Vereinsmitgliedern Rücksprache genommen ob   sie bereit wären, ein Amt anzunehmen. Da die Gespräche sehr positiv   liefen, bekam man eine gute Mannschaft als Wahlvorschlag zusammen. Die   vorgeschlagenen Mitglieder wurden alle mehrheitlich gewählt, somit ergab  sich folgende Konstellation:

1.   Vorsitzender Jens Ratz, 2. Vorsitzender Heinrich Dönges, Kassierer Hans  Langkamm, stellv. Kassierer Helmut Vestweber, Schriftführer Norbert  Kischnick, stellv. Bernd Bubenheim und als Jugendwart Stefan Gilsebach.  Alle vorgeschlagenen Spartenleiter wurden von der Versammlung bestätigt.

Jens   Ratz wurde es anfänglich von einigen Vereinsmitgliedern nicht leicht   gemacht. Doch seine spontanen Ideen brachten nach den schweren Jahren   wieder Leben in den Verein. So wurden die Besuche und Gegenbesuche mit   der Partnergemeinde Flechtingen wieder regelmäßiger durchgeführt. Zu   allen wichtigen Veranstaltungen werden jetzt beiderseitig Besuche   abgestattet. Auch die Bemühungen von Erhard Viereckl und Bernd   Bubenheim, die Tradition des alten Keglerballs zur Faschingszeit mit   etwas närrischem Frohsinn an die Wohrataler Bürger zu bringen, gelingt   wesentlich besser. In 1998 wurde erstmalig ein 2 ½ stündiges   Karnevalsprogramm incl. Eines Elferrates geboten. Für 2001 wird man   bereits ein 4 stündiges Programm bieten können. Somit ist Fasching  wieder ein Bestandteil der Wohrataler Bürgerfeste. Am 09.05.1998   gründete sich eine neue Sparte im Verein, die   „Senioren-Gymnastik-Gruppe“. Sie trifft sich einmal wöchentlich, um sich   fit zu halten. Die 30 Senioren stehen unter der Leitung von Erika   Boucsein.

In 1998 fing man  außerdem an, mit Bandenwerbung am Sportplatz eine weitere Einnahmequelle  zu erschließen. Im ersten Jahr fand man 11 interessierte Firmen, in den  Jahren 1999 + 2000 nochmal 5. In 2001 ist eine weitere Überdachung an  der Westseite des Sportplatzes geplant. Diese soll wiederum von  werbewilligen Firmen finanziert werden und soll einen noch höheren   Deckungsbeitrag für die aktiven Sparten im TSV leisten.

Das  neue Sportheim wurde am 05.09.1998 offiziell eingeweiht. Am Nachmittag  fand ein F-Jugend-Freundschaftsspiel gegen den SV Flechtingen statt. Um  19.00 Uhr war die Schlüsselübergabe durch den Bürgermeister Klaus   Hamatschek an den 1. Vorsitzenden Jens Ratz.

Danach   berichtete Bernd Bubenheim vom schwierigen Bauverlauf und zog ein nicht  gerade positives Resümee. Nach einem Sekt-Empfang im Bürgerhaus hielt  der 1. Vorsitzende seine Dankes-Rede an die vielen ehrenamtlichen Helfer  und allen anderen Beteiligten. In der Folge brachten viele Vertreter  aus Politik (u. a. Kanzleramtsminister Friedrich Bohl), Wirtschaft und  befreundeten Vereinen ihre Glückwünsche dar. Zum Abschluss spielte Musik  zum Tanz.

Am  07.05.1999 musste wieder einmal eine außerordentliche   Mitgliederversammlung abgehalten werden. Grund war der Rücktritt des 2. Vorsitzenden Heinrich Dönges am 08.04.1999, aus persönlichen Gründen.   Zur Wahl stellte sich Michael Kamann, der auch mehrheitlich von den 25   anwesenden Vereinsmitgliedern gewählt wurde.

Zur  Jahreshauptversammlung am 11.02.2000 standen wieder Neuwahlen des   Vorstandes an. Diese ergaben folgende neue Zusammensetzung des   Vorstandes: 1. Vorsitzender Jens Ratz, 2. Vorsitzender Hans-Erich   Lindner, Kassenwart wird Helmut Vestweber, sein Stellvertreter Hans   Langkamm, Schriftführer Bernd Bubenheim, dessen Stellvertreter Norbert   Kischnick, Jugendwart bleibt Stefan Gilsebach. Die Spartenleiter wurden in gewohntem Modus von den 54 anwesenden Vereinsmitgliedern bestätigt.

Das  Hauptthema der Versammlung war die Änderung der Beitragssatzung. Wegen  der Erhöhung der Mitgliedsbeiträge für den Landessportbund wurden   folgende neue Sätze mehrheitlich beschlossen: Erwachsene 42 DM/Jahr,   Jugendliche 18 DM und Familien 90 DM/Jahr. Außerdem wurde für die   Restarbeiten am neuen Sporthaus in Wohra ein Bauausschuss gewählt. Olaf Viereckl und Bernd Bubenheim wurden von der Versammlung zu   gleichberechtigten Ausschussmitgliedern mehrheitlich bestimmt.

Von   März bis Mai 2000 wurde das alte Sporthaus unter der Leitung von v. g.  Bauausschuss mit weiteren Vereinsmitgliedern in 110 Arbeitsstunden   wieder renoviert. Der Grund der Renovierung lag sowohl in den   anstehenden Feierlichkeiten zum 1225-jährigen Bestehen der Gemeinde   Wohra auf nebenliegendem Festplatz, als auch in der brauchbaren Nutzung für die nächste Winter-Trainingsperiode. Viele ehemalige Aktive des TSV   waren sehr erfreut über den wiederhergestellten Zustand des alten   Vereinsheimes. Einer von ihnen, Peter Manhenke, erklärte sich spontan   bereit, vor den Winter-Trainingseinheiten, für Wärme in dem alten   Vereinsheim zu sorgen.

Zum   Ende des Jahres erklärte wieder ein Vorstandsmitglied seinen Rücktritt   aus persönlichen Gründen. Hans Langkamm trat am 02.11.2000 als   stellvertretender Kassierer zurück. Diese Position soll in der   Jahreshauptversammlung am 27.01.2001 neu besetzt werden.

Zum  Abschluss kann erfreulicher Weise festgestellt werden, dass der Verein  Ende 2000 515 Mitglieder hatte, das einer Verdoppelung des Standes von   1979 entsprach.

54 Mitglieder besuchten die JHV am 11. Febr. 2000. In geheimer Wahl gewann Hans-Erich Lindner gegen Heinrich Dönges die Wahl zum 2. Vereinsvorsitzenden.

Die weiteren Wahlen brachten in offener Abstimmung folgendes Ergebnis:

Jens Ratz  (1. Vorsitzender), Helmut Vestweber (1. Kassierer), Hans Langkamm (2. Kassierer),Bernd Bubenheim (Schriftführer), Norbert Kischnick (2. S),  Herbert Schildwächter (Fußballabteilungsleiter), Stefan Gilsebach (Jugendleiter), Andrea Schnatz (stellv. Jugendleiterin), Erika Boucsein (Seniorengymnastikgruppe), Margret Theiss (Damengymnastikgruppe), Manfred Zulauf (Tischtennisabteilungsleiter), Michael Kamann (Tischtennisjugendwart),  Bernd Seibel, Wilfried Muth, Dirk Bremecker, Frank Wißner (gleichberechtigte Leiter der Radsportgemeinschaft).

Ehrungen für 50-jährige Mitgliedschaft:  Anneliese Wege, Heinrich Linker, Heinrich Diehl, Heinrich Nau, Peter Manhenke, Christa Gilsebach

Ehrungen für 25-jährige Mitgliedschaft: Friedhelm Leonhäuser, Klaus Gröger, Walter Linne

Die Mitglieder der JHV am 27. Jan. 2001 wählten Stephan Dawedeit zum stellv. Kassierer als Nachfolger von Hans Langkamm, der am 2. Nov. 2000 zurückgetreten war. Nach dem verpassten Aufstieg zur Bezirksliga nach der Saison 1999/2000 spielte die 1. Mannschaft in der eingleisigen A-Liga Marburg-Frankenberg mit mäßigen Erfolgen. Die A-.B-,C- und D-Jugendlichen spielten in einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Gemünden im Sportkreis Frankenberg. Die E- und U 8-Jugendmannschaften betrieb der TSV eigenständig. Die Spartenleiter berichteten bei der o.a. JHV von zahlreichen Erfolgen.

Von der Tischtennisabteilung berichtete Michael Kamann von dem Jugendlichen Sebastian Oehlmann, der bei den Südwestdeutschen Meisterschaften einen 2. und 3. Platz bei den B-Schülern belegte. Judith Kirscht war die beste Spielerin der ganzen Liga. Wegen diesen  guten Leistungen erhielt der TSV Wohratal im Jahr 2001 zum 4. Mal in Folge den Wanderpokal des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

Vom 28. - 30.  April 2001 feierte der TSV offiziell seinen 90. Geburtstag.  Eine Festschrift mit 96 Seiten war von Heinz Metke, Wilhelm Wege und Peter Engel erstellt worden.

Am 28. April 2001 gedachte man den Verstorbenen an den Ehrenmalen in Halsdorf und Wohra. Beim folgenden Kommersabend in einem Festzelt gaben Wilhelm Wege und Heinz Metke einen geschichtlichen Überblick über den TSV Wohra und dem TSV Halsdorf und dem folgenden Zusammenschluß zum TSV Wohratal.  

Margret Theiss (30 Jahre Abteilungsleiterin der Gymnastikgruppe), Michael Kamann und Bernd Bubenheim erhielten die Verdienstnadel des Landessportbundes. Der langjährige Schriftführer Norbert Kischnick und der 1. Vors. Jens Ratz empfingen von Dirk Mauersberger (LSB Hessen) Ehrenurkunden. Erhard Viereckl erhielt die Ehrennadel in Bronze für seine Verdienste als jahrelanger Kassierer. Die große Verbandsehrennadel wurde an Hermann Lapp für seine 30-jährige Schiedsrichtertätigkeit verliehen. Weitere Ehrungen: Heinrich Damm, Werner Braun, Eike Theis, Anna Homberger und Heinrich Bartelmeß für 50-jährige Vereinstreue;

Frank Bubenheim, Herbert Schildwächter, Harald Rüffer und Robert Vestweber für 25-jährige Vereinstreue.

Am Sonntagmorgen traf man  sich beim Festgottesdienst, an dem die Posaunenchöre aus Halsdorf und Wohra mitwirkten. Danach lief im Sportheim  ein von Herbert Schildwächter produzierter Film über „80 Jahre TSV Wohratal“ aus dem Jahre 1991. Nachmittags spielte der TSV gegen die Gäste aus Flechtingen und siegte mit 9:1. Am 30. April fand die sehr gut besuchte „HR 3 Disco Party“ im Festzelt mit Gwen Karpinsky und Matthias Münch statt. Der TSV feierte sein Vereinsjubiläum während des gesamten Jahres ausgiebig. Der TSV-Fasching stand unter dem Motto „90 Jahre TSV – ein donnerndes Helau“ im Bürgerhaus.

Weitere Veranstaltungen waren:

Fußball-Jubiläumsjugendturniere vom 1. - 2. Juni 2001, ein Dämmerschoppen in der „Hofreite“ Wohra am 16. Juni 2001, Fußballpokalspiele „Wohratal-Rauschenberg-Gemeinde/Stadtpokal vom 23. bis 28. Juli 2001 (Sieger wurden die 1. Mannschaft und die „Alten Herren“des Jubilars), Volksradfahren der Radsportgemeinschaft Wohratal am 5. Aug. 2001, der Weihnachtstanz am 25. Dez. 2001 bildete den Abschluß der Feierlichkeiten „90 Jahre TSV“. Nach der Abrechnung des offiziellen Festwochenendes schlug ein finanzieller Verlust zu Buche.

Am 5. Dez. 2001 sandte Jens Ratz einen Brief an alle Vorstandsmitglieder und Abteilungsleiter, in dem er sich bei ihnen für die Hilfe und Unterstützung während den letzten vier Jahren bedankt und teilte mit, dass er für eine Wiederwahl bei der JHV am 5. Jan. 2002 nicht mehr zur Verfügung stehe.

Am 5. Jan. 2002 bei der JHV wurde der Verlust beim Fest mit 8000 DM beziffert. Die gesamten Verbindlichkeiten des Vereins (Offene Rechnungen: 7000 DM, laufende Kosten des Jahres: 8000 DM, Festverlust: 8000 DM, Aktien TSV-Sportheim: 10000 DM, Darlehn-Sportheim: 15000 DM) beliefen sich insgesamt auf 48000 DM. Von den Mitgliedern wurde der Vorstand mit 31 Ja-, 27 Neinstimmen bei 13 Enthaltungen entlastet. Die finanzielle Lage des Vereins war sehr prekär. Ein neuer Vereinsvorstand konnte wegen fehlender Kandidaten nicht gewählt werden.

 Von dem alten Vorstand war Schriftführer Bernd Bubenheim bereits mittels eines Einschreibebriefs vom 2. Mai 2001 an den Verein wegen starker beruflicher Belastung (so waren seine angegebenen Gründe) zurückgetreten.

Die Mitgliederversammlung am 5. Jan. 2002 wählte einen Wahlausschuß mit folgenden Mitgliedern: Bernhard Kischnick, Heinz Metke, Heinrich Dönges, Hartmut Aschermann und Klaus Busch, deren Aufgaben in den nächsten Wochen bis zur nächsten Außerordentlichen Mitgliederversammlung am 16. Februar 2002 folgende waren:

  1. Klärung der Finanzlage des  Vereins

  2. Wegen der eingetretenen  Verschuldung des Vereins mit der Gemeindevertretung Wohratal ein  Lösung zu finden

  3. Bildung eines neuen Vorstandes bis  zum 16. Febr. 2002

Nach der Begrüßung am 16. Februar 2002 durch Jens Ratz wurde Klaus Busch zum Sitzungsleiter gewählt. Er schlug der Versammlung Maßnahmen zur Reduzierung des Schuldenstandes vor, z. B.:

Spendensammlungen in den Gemeinden Wohratals, Verzicht auf Rückzahlung der Sporthausaktien, Erhöhung der Beiträge und die Einreichung eines Vertragskonzepts an die Gemeinde,das Klaus Busch den 65 Anwesenden genau erläuterte. Die Versammlung nahm seine Vorschläge an. Der anschließend neu gewählte Vorstand hatte die Aufgabe, diese  umzusetzen und die Schuldenlast im nächsten Jahr zu mindern.

Für den Posten des 1. Vorsitzenden gab es zwei Vorschläge (Hartmut Aschermann und Hans-Erich Lindner). Mit 40 Stimmen wurde Hartmut Aschermann zum 1. Vorsitzenden gewählt.Norbert Kischnick wurde zum 2. Vorsitzenden, Dirk Arnold zum 1. Kassierer, Stefan Gilsebach zum 2. Kassierer, Karin Vackiner zur 1. Schriftführerin, Jens Ratz zum 2. Schriftführer, Bernhard Kischnick zum Fußballabteilungsleiter, Volker Möbus zum Tischtennisabteilungsleiter, Margret Theiss und Erika Boucsein zu den Gymnastikgruppenleiterinnen gewählt.

In einen Ältestenausschuß wurden gewählt: Heinrich Vestweber, Heinz Metke, Wilfried Theiss, Peter Engel und Karl-Heinz Homberger.

Weiterhin beschlossen die Mitglieder, den Jahresbeitrag für Erwachsene auf 30 Euro pro Jahr und für Jugendlich auf 10 Euro pro Jahr ab dem Jahr 2003 zu erhöhen.

In der JHV am 1. Febr. 2003 nannte Stefan Gilsebach einen Kassenbestand am 31.12.2002 von 10303,61 Euro. Die finanzielle Situation hatte sich durch Sparmaßnahmen, Spenden, Zuschüssen, Sammlungen und durch die Unterstützung der Gemeinde   maßgeblich entspannt und normalisiert.

Hierbei bedankte sich der Vorstand insbesondere bei Heinz Metke und Heinrich Vestweber, die die Spendenaktionen in den Ortsteilen organisiert hatten. Sie wurden zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt.

 

 

Nach der Saison 2002/2003 nahmen die Fussballer erfolglos in einer Relegationsrunde um den Aufstieg in die Bezirksliga teil; sie machten eine Vereinsfahrt nach Hamburg.

Die E-Jugend unter Trainer Walter Buckert wurde ungeschlagen Kreismeister mit fast 200 geschossenen Toren.        

Der Vorstand wurde in der JHV am 19. Jan. 2004 vollständig wiedergewählt. Heinz Metke, Peter Engel, Karl-Heinz Homberger, Wilfried Theiss und Herbert Schildwächter bildeten den Ältestenrat, der auch eine eigene Satzung erhielt.

Ehrungen für 50-jährige Mitgliedschaft:

Werner Braun, Heinz Bartelmeß, Heinrich Damm, Eike Theis, Hubert Gögler, Anneliese Nau, Werner Rey, Wilfried Theiss, Heinz Wenzel, Gerhard Wirth, Gerhard Dawedeit, Hans-Jürgen Gilsebach, Hans Wißner

Ehrungen für 25-jährige Mitgliedschaft:

Thomas Viereckl, Robert Schwanzer, Uwe Hamatschek, Wolfgang Rey, Giselher Kruse, Harald Damm, Klaus-Dieter Engel, Gisela Linne, Brigitte Seegers, Eckhard Theis, Dirk Arnold, Volker Damm, Gerd Langkamm, Olaf Viereckl, Andreas Heck, Willi Ludwig, Peter Zulauf, Frank Grebing, Edeltraut Aschermann, Inge Dönges.

Nach siebenjähriger erfolgreicher Trainertätigkeit beim TSV verließ Klaus Umbeck nach der Saison 2002/2003 den Verein und wechselte zum SV Niederklein.

In derSaison 1998/1999 wurde der TSV mit Trainer Klaus Umbeck Meister der A-Liga Marburg vor Eintracht Stadtallendorf II und RSV Kleinseelheim.

In einer Relegationsrunde um den Aufstieg in die Bezirksliga siegte der TSV gegen Italia Süd Burgwald und gegen den TSV Wittelsberg. Durch eine hohe1:6 Heimniederlage gegen BG/SG Marburg verpassten sie knapp den Aufstieg, die später gemeinsam mit dem Verlierer TSV Wohratal den Aufstieg gemeinsam in Wohratal feierten.

Im Jahr 2000 spielte der TSV wiederum in einer Aufstiegsrunde um den Einzug in die nächsthöhere Klasse. Gegner waren TSV Elnhausen, TSV Viermünden/Schreufa und der TSV Niederweimar, der die Runde als Sieger abschloss und aufstieg.

Nach der Runde 2002/2003 wäre der TSV als Meister der A-Liga Marburg/Frankenberg in die Bezirksliga aufgestiegen, wenn am Ende der Runde nicht zwei Punkte wegen des Nichterfüllens des Schiedsrichtersolls abzogen worden wären.

Als Tabellenzweiter hinter Amönau  wurde wieder der Aufsteiger in die Bezirksliga ausgespielt.

Gegner waren Türk Güzü Breidenbach, der SV Großseelheim und der SV Beltershausen. Der Verein aus dem Hinterland stieg in die Bezirksliga auf. Trotz dreier knapp verpaßter Aufstiege war Klaus Umbeck ein erfolgreicher Trainer in den sieben Jahren beim TSV.

Werner Ludwig, der Mitte der 70-er Jahren schon einmal Trainer beim TSV war, folgte ihm für eine Saison nach. Ludwigs Nachfolger ab der Saison 2004/2005 wurde Dieter Borufka.

In der JHV am 18. März 2005 ehrte der Vorstand verdiente Mitglieder:

Ehrung für 50-jährige Mitgliedschaft:  Hans Langkamm

Ehrung für 25-jährige Mitgliedschaft:

Ursula Rumbler, Reiner Wahren, Peter Scheufler, Frank Immel, Mike Sprenger, Andreas Schütz, Marco Festen

Es folgte ein Tausch von Räumlichkeiten. Der Sportverein bezog die Räume der  ehemaligen Bürgerhausgaststätte und betrieb dort das neue Vereinsheim. Die Gemeinde benutzte dafür die Räume des Vereinsheimes.   Darüber gibt es zwischen dem Verein und der Gemeinde einen abgeschlossenen Vertrag.

Im Jahre 2006 standen wieder Vorstandswahlen an. Der 1. Vorsitzende Hartmut Aschermann sowie Frau Karin Klinge-Vackiner kandierten nicht mehr. Für die beiden wählten 39 Mitglieder in der JHV am 24. März 2006 Herbert Schildwächter zum 1. Vorsitzenden und Jörg Homberger zum 2. Schriftführer. Die anderen im Jahr 2004 gewählten Vorstandsmitglieder wurden wieder gewählt.

Nach der Wahl setzte sich der Ältestenrat wie folgt zusammen: Heinz Metke, Helmut Becker, Peter Engel, Gerhard Wirth und Karl-Heinz Homberger.

Der neue Vorsitzende ehrte für 25 Jahre Mitgliedschaft im Verein: Manfred Zulauf, Norbert Lammel und Harald Schneider.

In 2006 wurde eine Kinderturngruppe im Vorschulalter unter der Leitung von Übungsleiterin Sandra Paech in den Verein integriert. Der Verein feierte den 95. Geburtstag im Rahmen eines Dämmerschoppens auf der Hofreite mit einer Bilderausstellung. Eine weitere Damengymnastikgruppe unter der Leitung von Sandra Kischnick gründete sich und diese ist somit die 3. Gymnastikgruppe im Verein.  Auf eigenen Wunsch wechselten die Fussballer von der A-Liga Frankenberg in die A-Liga Marburg. Einen neuen Platz fand die Vereinsfahne im Sportheim (ehemalige Bürgerhausgaststätte).

Nach dem 1. Spieltag der Saison 2006/2007 im Marburger Raum legte Dieter Borufka seinen Trainerposten nieder. Klaus Umbeck kehrte als Trainer kurzfristig nach Wohratal zurück.

In der JHV am 10. März 2007 ehrte der Verein folgende Mitglieder:

Ehrung für 50-jährige Mitgliedschaft: Ludwig Nau, Bernd Braun, Günter Engelmann, Walter Seegers, Wilhelm Damm und Heinrich Dönges

Ehrung für 25-jährige Mitgliedschaft: Loni Kimmel u. Guido Aschermann

In 2007 löste sich die vormals so erfolgreiche Tischtennisabeilung auf.

Von sportlichen Problemen berichtete der Fussballabteilungsleiter Bernhard Kischnick. Neuer Spielertrainer wurde Thorsten Schmid.

Ehrungen in der JHV am 6. Juni 2008:

Für 50-jährige Mitgliedschaft: Margret Theiss, Peter Engel, Hermann Lapp, Karl Klinge, Helmut Becker, Konrad Reuter, Hartmut Aschermann, Ingrid Siegert und Hans Pietsch

Für 25-jährige Mitgliedschaft: Stefan Gilsebach, Thorsten Reuter, Jens Ratz u. Carsten Braun.

Ein neuer Vorstand konnte am 6. Juni 2008 nicht gewählt werden, weil der 1. Vors. Herbert Schildwächter und der 2. Vors. Norbert Kischnick nicht mehr kandidierten und keine anderen Mitglieder  sich zur Wahl stellten. Die Abteilungsleiter wurden aber gewählt. Wolfgang Rey übernahm die Fussballabteilung. Erika Jabelonski war Nachfolgerin von Erika Boucsein. Margret Theis und Sandra Kischnick standen weiter an der Spitze ihrer Gymnastikgruppen.

Neu in den Ältestenrat wählten die Mitglieder Hans Pietsch.

Bei der einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung am 4. Juli wurde ein neuer Vorstand gewählt. Wahlleiter war wie immer Helmut Becker.

Der neue Vorstand:

  1. 1. Vors. Hans-Erich Lindner

  2. 2.Vors. Heinrich Dönges

  3. 1. Kassierer Dirk Arnold

  4. 2. Kassierer Stefan Gilsebach

  5. 1. Schriftführer Edgar Kren

  6. 2. Schriftführer Jörg Homberger

 

 

 

Nach der Saison 2007/2008 stieg die 1. Mannschaft von der A-Liga Marburg in die B-Liga ab. In den kommenden Jahren war es das Ziel wieder in die A-Liga aufzusteigen.

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 16. Jan. 2009 stimmten die Mitglieder dem vom Vorstand vorgestellten Projekt „Erweiterung des Sportgeländes beim Bürgerhaus mit dem Bau eines Trainingsplatzes“ zu. Im Herbst des Jahres 2009 begann der Bau, die Kosten beliefen sich auf ca. 60000 Euro.

 

 

Nach einem durchwachsenen Start in der B-Liga Marburg beendete die Fussballabteilung die Zusammenarbeit mit Thorsten Schmid. Thomas Schall wurde neuer Trainer der Fußballseniorenmannschaften. Die Damengymnastikgruppe um Sandra Kischnick hatte mit großem Erfolg (65 Teilnehmer) eine Winterwanderung durchgeführt. Anlässlich des 10.jährigen Bestehens der Seniorengymnastikgruppe von Erika Jabelonski führten diese eine Tagesfahrt zu einem Weingut durch.

Der 1. Vorsitzende Hans-Erich Lindner ehrte bei der JHV am 27. März 2009 Norbert Kischnick für „25 Jahre Vereinsmitgliedschaft“. Ebenfalls zu diesem Jubiläum sollten Dietmar Solleder, Birgit Leonhäuser, Wilfried Renker und Klaus Alexander in der JHV geehrt werden. Sie waren aber nicht anwesend.

Bei der JHV am 23. April 2010 erhielt Wolfgang Rey noch zusätzlich eine Funktion. Er wurde zum stellv. Schriftführer gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Jörg Homberger hatte nicht mehr kandidiert. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. In der Versammlung erhielten Hans-Erich Lindner und Ulrike Bornmann die Urkunde für 25-jährige Vereinsmitgliedschaft. Die weiter zu Ehrenden – Wilfried Muth, A. Viereckl, K. Stenzel und Karl-Heinz Stenzel – (für 25-jährige Mitgliedschaft) waren nicht zugegen.

Im Jahr 2011 feierte der TSV seinen 100. Geburtstag. In der JHV am 18. Febr. 2011 stellte der Vorstand das geplante Festprogramm vor. Der Jahresbeitrag für Jugendliche wurde von 15 auf 24 Euro erhöht. Der als Jugendabteilungsleiter tätige Klaus Homberger legte seine Funktion aus gesundheitlichen Gründen nach der Jahrhundertfeier nieder. Sein Nachfolger wurde Sven Steller.

Vom 24. bis 26. Juni 2011 feierte der TSV Wohratal seinen 100. zusammen mit der Damengymnastikgruppe deren 40. Geburtstag.

Am Freitag, d. 24. Juni 2011 schulten Fußballer und Trainer der Fussballschule des FSV Frankfurt Kinder und Jugendliche auf dem Platz beim Bürgerhaus.

Am Samstagabend war der Festkommers im Bürgerhaus.

Ehrungen für 50-jährige Mitgliedschaft : Dieter Kräling und Walter Seegers

Ehrungen für 25-jährige Mitgliedschaft: Martin Denzel, Wilfried Herbst, Lutz Bartelmess, Hans-Otto Salowski, Simone Schmidt, Frank Dippel, Helmut Vestweber und Bernhard Kischnick;

Der Vorsitzende erwähnte an diesem Abend besonders die wichtigen Tätigkeiten von Benno Kischnick für den Verein, der für Ordnung um das Sportgelände sorgt und bei den Seniorenspielen immer an der Linie als Linienrichter die Schiedsrichter unterstützt.

Margret Theiss, die Abteilungsleiterin und Gründerin der Damengymnastikgruppe, ehrte dann zusammen mit dem Vereinsvorsitzenden Damen aus der Gruppe für langjährige Mitgliedschaften.

Am Kommersabend sprach der Wohrataler Bürgermeister Peter Hartmann einen großen Dank an Wolfgang Rey, Eva Zulauf und Monika Vestweber aus, die bei einem Fußballheimspiel gegen den FV Bürgeln an  einem zusammengebrochenen Bürgelner Spieler lebensrettende Maßnahmen durchgeführt hatten, so dass der Spieler am Leben blieb. Nach dem Vorfall wurde das Spiel nicht fortgesetzt.

Am folgenden Sonntagmorgen besuchten viele im Bürgerhaus einen sportlichen Festgottesdienst mit Pfarrer Matthias Weidenhagen.

Nach dem Gottesdienst verweilten die Festgäste am Bürgerhaus, aßen zu Mittag, tranken Kaffee, hörten der Trachtenkappelle Wohratal zu und erfreuten sich an den Tänzen der Halsdorfer und Wohraer Trachtengruppen sowie der Tanzgruppe der SRS, die auch schon während des Festgottesdienst aufgetreten war.

Im Bürgerhaus bestand die Möglichkeit sich eine Power-Point-Präsentation   und die Fotoausstellung mit Fotos aus der Wohrataler Vereinsgeschichte von Stefan Gilsebach und Herbert Schildwächter anzuschauen. 


Die 1. Mannschaft war nach der Saison 2010/2011 in die A-Liga aufgestiegen. Die Zusammenarbeit im Fussballjugendbereich mit dem TSV Gemünden bestand nicht mehr.

 

Noch in der folgenden Saison in der A-Liga wurde Trainer des Aufstieges Thomas Schall entlassen.

Das teilte Fußballabteilungsleiter Wolfgang Rey in der JHV am 23. März 2012 mit. Das Training für die Seniorenfussballer übernahm Hans Dinius.  Im Jahr 2012 spielten 94 Kinder und Jugendliche in der neu gegründeten Spielgemeinschaft Nord-Ost. Dieser JSG gehören die SG Rauschenberg/Schwabendorf, FV Bracht und der TSV Wohratal an.

Der Vorstand ehrte Robert Kroll für seine 36-jährige und Olaf Viereckl für seine 10-jährige Schiedsrichtertätigkeit.

Neu als 1. Schriftführer für Edgar Kren wurde Hartmut Dörr und als 2. Schriftführer wurde Peter Schweinsberger für Wolfgang Rey in den Vereinsvorstand gewählt. Die anderen Positionen blieben unverändert.

In Eigenleistung gestellte Flutlichtmasten  um den Trainingsplatz sowie um den Platz beim Bürgerhaus ermöglichen den Trainingsbetrieb bei Dunkelheit. Das Training brauchte nun nicht mehr auf dem alten Wohraer Platz durchgeführt zu werden. Der Vorstand beschloss, das Vereinsheim am alten Wohraer Sportplatz abzureißen, das mehrfach durch Sachbeschädigungen verunstaltet worden war, nicht zur Freude all derer, die dieses Haus Anfang der 70-iger Jahre in mühevoller Arbeit errichtet hatten.

 Der Hess. Fußballverband bestrafte den 2. Vors. Heinrich Dönges wegen unsportlichen Verhaltens beim Kreisligaspiel SV Bauerbach II gg. TSV Wohratal in der A-Liga Marburg am 25. März 2012 zu einer Geldstrafe von 200 Euro und belegte ihn  mit einem Platz- und Funktionsverbot vom 18. April 2012 bis zum 17. Oktober 2012. Daraufhin  trat er vom Posten des 2. Vereinsvorsitzenden zurück.

Im Vereinsvorstand gab es Turbulenzen. Die Vorstandsarbeit litt unter tiefgreifenen Differenzen der Vorstandsmitglieder untereinander. Hans-Erich Lindner trat auch vom Amt des 1. Vorsitzenden zurück. Nun hatte der TSV keinen Vorstand mehr.

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 27. März 2013, die von Helmut Becker als Ältestenratsvorsitzender geleitet wurde, stimmten die Mitglieder einer Satzungsänderung zu.

Künftig stehen dem Verein drei gleichberechtigte Vorsitzende vor. Zu einer Neuwahl des Vorstandes kam es nicht, weil kein Mitglied für einen Posten zur Wahl bereit war. Damit der Fußballbetrieb aufrechterhalten werden konnte, wählten die Mitglieder Werner Hamel, Edgar Kren und Christoph Steinhaus zur kommissarischen Führung der Fußballabteilung.

Am 24. April 2013 begrüßte wiederum Helmut Becker 33 Vereinsmitglieder zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, in der es zur Wahl eines neuen Vorstandes kam.

 Die drei gleichberechtigten Vorsitzenden: Peter Schweinsberger, Thorsten Reuter u. Sven Steller

1. Kassierer: Stefan Gilsebach

2. Kassierer: Dirk Arnold

1. Schriftführer: Stephan Dawedeit

2. Schriftführer: Norbert Kischnick

Die drei Gymnastikabteilungsleiterinnen: Margret Theiss, Sandra Kischnick u. Erika Jabelonski

Die Fussballabteilung verpflichtete für die Saison 2012/2013 in Anton Jencik einen Spielertrainer mit Hessenligaerfahrung. Die A-Liga konnte gehalten werden. Kurz vor Ablauf der Wechselfrist meldete sich dieser im Sommer des Jahres 2013 vom Verein ab und mit ihm verließen auch noch andere wichtige Leistungsträger später - auch noch in der Winterpause - den TSV Wohratal. Hans Dinius stand wieder als Trainer zur Verfügung. In der Saison 2013/2014 erlitt der TSV viele hohe Niederlagen und stieg als Tabellenletzter in die B-Liga ab.

Im Jahr 2013 organisierte erstmals seit langen Jahren der Sportverein keine Faschingsveranstaltung.

Da Dirk Arnold als 2. Kassierer zurückgetreten war, wählte die Mitgliederversammlung am 31. Januar 2014 Jens Ratz zu seinem Nachfolger. In dieser Versammlung berichtete Fußballabteilungsleiter Bernhard Kischnick von der mißlichen Lage bei den Seniorenfußballern.

Positiv war, dass es ab der Saison 2014/2015 wieder eine eigene A-Jugend um Punkte spielte.

Am 31. Januar 2014 wurden Anita u. Karl-Heinz Homberger sowie Hartmut Aschermann für 25-jährige Vereinsmitgliedschaft geehrt.

In den Ältestenrat wurden Helmut Becker, Bernd Braun, Gerhard Dawedeit, Klaus Dieter Heinze und Walter Buckert gewählt.

Für die Saison 2014/2015 in der B-Liga Marburg, Gruppe 2, verpflichtete der TSV Jürgen Rockenkamp als neuen Trainer, der selbst im hohen Alter in der 1. Mannschaft noch mitspielte und der nach erfolglosen Spielen von Bernhard Kischnick und Engin Malakcioglu abgelöst wurde.

 TSV Wohratal blickt optimistisch in die Zukunft

 -Das Wichtigste von der Jahreshauptversammlung am 6. Febr. 2015-

 In der mit 37 Personen gut besuchten Jahreshauptversammlung des TSV Wohratal am 6. Februar 2015 wurde der Vorstand unter der Wahlleitung des ehemaligen 1. Beigeordneten der Gemeinde Wohratal Helmut Becker neu gewählt. Vom bisherigen Vorstand stellte sich nur Sven Steller (Vorsitzender u. Jugendleiter) nicht mehr zur Wahl. Der frühere Schriftführer Stephan Dawedeit wurde neu in das Vorsitzendentrio gewählt. Neu gewählt wurden Hans Pietsch und Hans-Heinrich Schütz zu Platzwarten.Schwerpunkthema war die Situation in der Fußballabteilung. Nach dem Abstieg aus der A-Liga verließen viele Spieler den Verein. Sportlich steht die 1. Mannschaft in der B-Liga in der hinteren Tabellenregion. In den Beiträgen des Vorsitzenden Peter Schweinsberger, der Fussballabteilungs- und des Jugendleiters war Optimismus für die Zukunft ersichtlich.In der kommenden Saison soll es mit dem Trainergespann Rainer Kuche und Engin Malakcioglu sportlich wieder aufwärts gehen. Im Jugendbereich werden   von den Bambinis bis zur A-Jugend Mannschaften mit der SG Rauschenberg/Schwabendorf und dem FV Bracht in der JSG Nord-Ost gestellt. Von 140 Kindern und Jugendlichen, die in dieser Jugendspielgemeinschaft Fußball spielen, kommen ca. 70 aus den vier Ortsteilen Wohratals. Das lässt für die Zukunft hoffen. Der Vorsitzende informierte über geplante bauliche Maßnahmen wie den Bau einer Dachverlängerung zu einem Unterstand beim Sporthaus, die Vervollständigung der Flutlichtanlage mit noch zwei fehlenden Masten, damit auch bei Dunkelheit Spiele auf dem Platz beim Bürgerhaus ausgetragen werden können, und die Sanierung des Platzrasens mit einer Drainagenspülung. Finanziell steht der Verein gut da, so dass diese Planungen in die Tat umgesetzt werden können. Rege diskutierten die Mitglieder über eine etwaige Auflösung des Pachtvertrages bezgl. des Halsdorfer Sportplatzes '“Rote Erde“. Nach Aussage des Vorsitzenden sei der Platz in einem desolaten Zustand, der ein normales Fussballspiel nicht mehr zulasse. Eine endgültige Entscheidung wurde nicht getroffen. In diesem Jahr veranstaltet der TSV Wohratal zum 18. Male eine über die hiesige Region bekannte Karnevalsveranstaltung,die immer von Jens Ratz und Stefan Gilsebach  geplant, organisiert und moderiert wird. Peter Schweinsberger bedankte sich bei den beiden und bat die Vereinsmitglieder die  kommende Mammutveranstaltung zu unterstützen.

Die Radfahrabteilung hatte sich aufgelöst, so dass momentan die Abteilungen Fußball, drei Gymnastikgruppen und eine Kinderturngruppe im TSV integriert sind. Die Gymnastikgruppen erinnerten sich gerne an die Vereinsfahrt im letzten Jahr.

Nach den Ehrungen stand Fussballabteilungsleiter Bernhard Kischnick im Mittelpunkt. Der DFB suchte via Internet den Amateurfußballer des Jahres. „Bernie“schaffte es unter 2200 Anwärtern in die letzte Auswahl von fünf Amateurfußballern zu kommen. Ein Kamerateam filmte in Wohra und dieser Film war im Internet zu sehen. Leider erhielt Bernhard nicht die meisten Stimmen. Aber er konnte sich auch als Sieger fühlen, schraubte er doch wesentlich das Image des Vereins und der Gemeinde Wohratal in die Höhe.

    

Der TSV Wohratal hat zu Beginn des Jahres 2015  ca. 419 Mitglieder.


Der Vorstand im Jahr 2015

 Vorsitzende: Peter Schweinsberger, Thorsten Reuter, Stephan Dawedeit

Kassierer:     Stefan Gilsebach

stellv. Kassierer: Jens Ratz

Schriftführer:      Norbert Kischnick

stellv.Schriftfhr.: Fabian Waßmuth

Neuer Kassenprüfer:      Bernd Braun

Fussballabteilungsleiter: Bernhard Kischnick u. Andreas Schütz

Jugendleiter:                    Stephan Dawedeit

stellv. Jugendleiter:          Max Kreps

Drei Gymnastikgruppen: Erika Jabelonski, Margret Theiss, Sandra Kischnick


 

Ehrungen bei der JHV 2015

 Für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit:

Peter Aschermann, Horst Becker, Dr. Thomas Cierpka, Thorsten Dörr, Frank Gröger, Wolfgang Hahn, Ulrich Hansmann, Adelheid Meß, Robert Smolarczyk

Für 50 Jahre Vereinszugehörigkeit:

Erika Boucsein, Helmut Engelmann, Wilhelm Grebing, Heinz Reuter, Günter Scheufler

 


 

 Vorstand mit Fußballabteilung:

o.v.li.; Stephan Dawedeit, Peter Schweinsberger, Thorsten Reuter,

Norbert Kischnick, Stefan Gilsebach, Jens Ratz, Andreas Schütz

 

u.v.li.: Bernhard Kischnick, Max Kreps,

Fabian Waßmuth


Die Geehrten, die der Versammlung beiwohnten

 Heinz Reuter, Erika Boucsein, Horst Becker, Helmut Engelmann, flankiert von den Vorsitzenden Peter Schweinsberger (li.) und Thorsten Reuter (re.)

 Am Ende der Saison 2014/2015 belegte die 2. Mannschaft mit 14 Punkten und einem Torverhältnis von 13:58 den letzten Tabellenplatz. Auf diesem stand auch am Saisonende  die 1. Mannschaft mit 12 Punkten und einem Torverhältnis von 33:145 Toren. Zwei Spiele wurden gewonnen, 6-mal gingen die Partien unentschieden aus und die restlichen 24 Begegnungen verlor die 1. Mannschaft.

Ab der Saison 2015/2016 trainiert Rainer Kuche die Seniorenfussballer, die in der Marburger B -Liga, Gruppe 1 spielen. Nach den Spielen im Jahr 2015 nimmt die 1. Mannschaft den 3. Tabellenplatz ein. Die in der JHV angesprochene Baumaßnahme (Dachverlängerung, Unterstand) wurde durchgeführt und hat folgendes Aussehen:


In "Aktuelles" sind aus dem Bericht von der Jahreshauptversammlung vom 29. Januar 2016  u. a. das Gewesene und die Planungen  des Vereins zu erlesen.

Die 1. Mannschaft des TSV sicherte sich mit einem 6:1 Sieg im letzten Rundenspiel der Saison 2015/2016  beim TSV Ernsthausen den 2. Tabellenplatz in der B-Liga hinter FV Cölbe II und vor dem TSV Speckswinkel, der zu Relegationsspielen um den Aufstieg in die A-Liga berechtigte. Die Ergebnisse dieser Relegationsspiele:

1. FC Waldtal - FSV Borts-/Ronhausen = 6 : 1

FSV Borts-/Ronhausen - TSV Wohratal = 2 : 2

TSV Wohratal - 1. FC Waldtal = 4 : 1

am  9. Juni 2016




Als Sieger dieser Relegationsspiele stieg der TSV Wohratal in die A-Liga auf.

Der TSV war vom 20.-24. Juli 2016 Ausrichter der Spiele um den Gemeinde-/Stadtpokal der Gemeinde Wohratal und der Stadt Rauschenberg. Es siegten die Seniorenmannschaft und die Alten Herren des Ausrichters. Der Verein hat im Jahr 2016 seinen 105. Geburtstag, die Gymnastikgruppe um Margret Theiss ihren 45. Geburtstag. Während eines musikalischen Dämmerschoppens am Sportheim am 23. Juli ging der Vorsitzende kurz auf die Vereinsgeschichte ein und er ehrte Vereinsmitglieder.

50-jährige Vereinsmitgliedschaft:  Wilhelm Grebing und Friedhelm Denzel

25-jährige Vereinsmitgliedschaft:  Manfred Smolarczyk und Philipp Dönges.

Er ehrte auch den 84-jährigen Benno Kischnick für seine über 50-jährige Tätigkeit als Linienrichter bei Spielen des TSV und für seine sonstige aktive Unterstützung. Vom Ehrenamtsbeauftragten des HFV und DFB "Henner" Auffahrt erhielt Benno eine DFB-Uhr und eine Ehrenamtsurkunde für seine vorbildliche Leistung im Fußballsport. 

Am 9. Jan. 2017 verstarb Benno Kischnick unerwartet im Alter von 84 Jahren.

Für die Gymnastikgruppe nahm Margret Theiss zum 45. Geburtstag der Gruppe Glückwünsche entgegen.

Nach dem 1. Punktspiel am 31. Juli in der A-Liga trat Andreas Schütz vom Amt des Fußballabteilungsleiters zurück. Bis auf weiteres übernimmt Jens Ratz diese Funktion.

Vor dem Auswärtsspiel gegen Momberg trennte sich der TSV einvernehmlich vom Trainer Rainer Kuche. Sein Nachfolger ist Andreas Römer aus Cappel.

In der Jahreshauptversammlung am 27. Januar 2017 begrüsste Peter Schweinsberger, einer der drei gleichberechtigten Vorsitzenden, 52 Vereinsmitglieder, die unter der Leitung von Gerhard Zulauf einen neuen Vorstand wählten. Norbert Kischnick (Schriftführer), Fabian Wasmuth (stellv. Schriftführer) und Stephan Dawedeit (Vorsitzender u. Jugendleiter) kandidierten  nicht mehr, sodass es in der Vorstandsbesetzung Veränderungen gab.Auch die Abteilungsleiter und –innen sowie der Ältestenrat standen zur Wahl.

Der Ausgang der Wahlen

Die drei gleichberechtigten Vorsitzenden:

Peter Schweinsberger, Thorsten Reuter, Bernhard Kischnick

Schriftführer: Stefan Maigrè

Stellvertr. Schriftführer:     Marc Pietsch

1.    Kassierer:            Stefan Gilsebach

2.    Kassierer:            Jens Ratz

 

Fußballabteilungsleiter:  Jens Ratz

Jugendleiter:                     Max Kreps



 Abteilungsleiterin der Gymnastikgruppe I:   Erika Jabelonski

Abteilungsleiterin der Gymnastikgruppe II:  Margret Theiss

Abteilungsleiterin der Gymnastikgruppe III: Sandra Kischnick

 

Der Ältestenrat:

Helmut Becker, Bernd Braun, Walter Buckert, Gerhard Dawedeit, Herbert Schildwächter

 

Kassenprüfer: Olaf Viereckl, Walter Buckert, Hermann Kreuer

 

In seinem Bericht stellte Peter Schweinsberger den unerwarteten Aufstieg der Fußballer in die A-Liga unter Trainer Rainer Kuche in den Mittelpunkt und bedankte sich bei allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. Er erinnerte an den 4:1 Überraschungssieg im Relegationsspiel gegen den 1. FC Waldtal vor über tausend Zuschauern. Damit war der Aufstieg in die A-Liga perfekt.Er vergaß auch denjenigen nicht zu danken, die durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit den Verein unterstützt sowie rund um den Sportplatz tätig waren und bei der Vervollständigung der Flutlichtanlage mithalfen. Der Vorstand ehrte auch einige Vereinsmitglieder wegen ihrer langjährigen Tätigkeiten und ihrer Mitgliedschaft. Für

25-jährige Mitgliedschaft: Andrè Möbus und Hartmut Dörr

50-jährige Mitgliedschaft: Werner Hamel, Jürgen Morneweg, Helmut Schmidt

Andrè Möbus konnte die Ehrung bei der Versammlung nicht entgegennehmen, weil er als Soldat in Afghanistan im Einsatz war.



Man gedachte auch den verstorbenen Vereinsmitglieder. Der Tod des 84-jährigen Benno Kischnick stellt eine große Lücke im Verein dar.

Nach einem im letzten Jahr erfolgreich durchgeführten Trainingsintensivwochenende für Kinder und Jugendliche von fünf bis fünfzehn Jahren wird die JSG NORDOST (bestehend aus dem FV Bracht, TSV Rauschenberg u. TSV Wohratal) in diesem Jahr vom 9. bis zum 11. Juni ein solches wieder durchführen. Max Kreps  aus der Jugendabteilung lobte die gute Zusammenarbeit in dieser Jugendspielgemeinschaft, in der 180 Kinder und Jugendliche dem Fußballsport nachgehen. Aus den Ortsteilen Wohratals kommen davon ca. 90 junge Fußballer, die in allen Jugendfussballklassen spielen. Ein Wunsch des neuen Jugendleiters ist es, dass Spieler aus den Seniorenmannschaften sowie deren Trainern ihn bei der Durchführung des kommenden Trainingsintensivwochenendes unterstützen. Spontan stellte sich der jetzige Trainer Andreas Römer zur Verfügung. In seinem Statement stellte er klar, dass ihm die Aus- und Weiterbildung der noch  jungen Fussballer in seiner Trainerfunktion sehr wichtig ist. Die 1. Mannschaft rangiert momentan auf dem 7. Tabellenplatz, die 2. Mannschaft nimmt den  11. Platz ein. Aus der Ehrenamtspauschale des Kreises erhielt die Gemeinde Wohratal 2295 Euro; der Wohrataler Gemeindevorstand stellte diese Summe dem TSV zur Verwendung im Jugendbereich zur Verfügung Aus diesem Fond sollen Jugendfußballtore und Bälle angeschafft werden. Seit dem 17. Januar turnen 30 Kindergarten- und 15 Grundschulkinder in zwei Gruppen unter einer ausgebildeten Übungsleiterin. Die JSG NORDOST wird auch wieder ein Schnuppertraining für Kinder anbieten, in dem bei ihnen das Interesse am Fußballsport geweckt werden soll.

In diesem Jahr soll insbesondere der Trainingsplatz wieder auf Vordermann gebracht werden. Aus Brandschutzgründen muß im Sportheim eine neue Tür eingesetzt werden.

In drei Gruppen halten sich 47 Damen mit Gymnastik fit. Nach den Berichten der Abteilungsleiterinnen  Erika Jabelonski, Magret Theiss und Sandra Kischnick geht es dort sehr harmonisch zu. Margret Theiss hatte ihren Bericht in Reimform vorgetragen. Jens Ratz, der Motor des Wohrataler Karnevals,  und Peter Schweinsberger appellierten intensiv an die Anwesenden, bei den bevorstehenden Karnevalsveranstaltungen vom 25. u. 26. Februar, die vom Sportverein durchgeführt werden, mitzuhelfen. Nur mit vielen Helfern sei eine solche Mammutveranstaltung zu stemmen.

Bernd Braun gab den Kassenprüfungsbericht ab. Er bescheinigte dem Kassierer Stefan Gilsebach eine ordnungsgemäße Kassenführung. Dem Antrag auf Vorstandsentlastung kam die Mitgliederversammlung nach.

Beim Vorstand ging fristgerecht ein anonymer Antrag in schriftlicher Form ein, den Peter Schweinsberger den Versammlungsteilnehmern vorstellte. Der Inhalt dieses Schreibens war, darüber nachzudenken, die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen.  Der Vorstand will sich in Zukunft mit diesem Thema beschäftigen.

Nach dem Spiel gegen die SG Niederweimar/Haddamshausen am 7. Mai 2017 trennte sich der Verein vom Trainer Andreas Römer. Bis zum Ende der Saison 2016/2017 übernehmen die Spieler Marc Pietsch, Manuel Klein und Stefan Schmidt das Training der beiden Seniorenmannschaften.

Nach dem Aufstieg belegte die 1. Mannschaft in ihrer ersten  A-Liga-Saison 2016/2017 einen guten 7. Tabellenplatz mit 52 Punkten, einem Torverhältnis von 76:77  mit 16 gewonnenen und elf verlorenen Spielen. Fünf Begegnungen endeten remis. Die vier besten Torschützen waren: Stefan Schmidt (28), Niklas Viereckl (9), Marcel Hühn (9) und Manuel Klein (8 Tore). Aufsteiger in die Kreisoberliga waren der SV Emsdorf und BSF Richtsberg (über Relegationsspiele). Absteiger waren FVCölbe II, TSV Elnhausen, SG Niederweimar/Haddamshausen.

Der TSV Wohratal II spielte in Konkurrenz in der B-Liga Marburg, Gruppe 3. Im Wettbewerb von 14 Mannschaften belegte der TSV W. II den vorletzten Platz mit sieben gewonnenen und achtzehn verlorenen Partien. Ein Spiel endete unentschieden. Am Ende standen 22 Punkte und ein Torverhältnis von 60:115 Toren zu Buche. Die vier besten Torschützen waren Ingo Schnatz (9), Patrick Homberger (7), Andreas Klingelhöfer (7) und Marvin Fitzke (5 Tore). Meister wurde der FSV Cappel II mit vier Punkten Vorsprung vor dem SV Großseelheim II.

Mit Marc Pietsch als Spielertrainer gehen die Seniorenfussballer in die Saison 2017/2018.